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Wachstumssprung: Deutsche Wirtschaft boomt dank Export

Der deutsche Exportmotor brummt und zieht die deutsche Wirtschaft im Rekordtempo aus der Krise. Der Aufschwung ist stabiler als erwartet. Doch am Horizont lauern die nächsten Risiken: Die Schwäche der US- Wirtschaft, die Probleme der Schuldensünder im Euro-Raum.

HB WIESBADEN. Die deutsche Wirtschaft boomt dank starker Nachfrage aus dem Ausland. Vor allem ein kräftiges Plus bei den Exporten ließ die Konjunktur im zweiten Vierteljahr 2010 im Rekordtempo anziehen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag erklärte. Im Vergleich zum Vorquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Ende Juni real um 2,2 Prozent zu und damit so stark wie nie seit der Wiedervereinigung. Damit bestätigte die Wiesbadener Behörde ihre erste Berechnung von Mitte August.

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Volkswirte halten den Aufschwung nach dem tiefen Absturz im Krisenjahr 2009 für stabiler als erwartet. Denn nicht nur der Export stützt, sondern auch Investitionen und Konsum erholen sich zunehmend. Reihenweise erhöhen Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet nun mit mehr als drei (bisher 1,9) Prozent Wachstum. Die Bundesbank hatte ihre Prognose kürzlich von knapp zwei Prozent auf rund drei Prozent angehoben, die Deutsche Bank erwartet gar 3,5 Prozent.

"Die Erholung hat die deutschen Wirtschaft in ihrer vollen Breite erfasst. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor befinden sich wieder im Aufwind", kommentierte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die jüngsten Daten. Das Vertrauen von Konsumenten und Investoren sei zurückgekehrt.

Doch die nächsten Dämpfer sind nach Ansicht von Experten absehbar: In den USA stottert der Konjunkturmotor bereits wieder, in China droht eine Überhitzung des Immobilienmarktes. Im Euro-Raum haben viele Staaten mit Schuldenbergen zu kämpfen, die in der Krise noch gigantischer wurden. In der Summe erwarten Ökonomen dadurch Rückschläge für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

DIW-Präsident Klaus Zimmermann sagte Handelsblatt Online, er rechne für die zweite Jahreshälfte mit "einer deutlichen Abschwächung" des Wirtschaftswachstums. Wolfgang Franz, Vorsitzender des Sachverständigenrates, zeigte sich im Handelsblatt überzeugt: "Die jetzige Dynamik wird die deutsche Wirtschaft nicht für längere Zeit beibehalten können." Es werde nicht gelingen, sich auf Dauer etwa von der US-Konjunktur abzukoppeln.

Im zweiten Quartal profitierte Deutschland noch deutlich vom Anziehen der weltweiten Nachfrage nach Waren "Made in Germany". Treiber für das Wachstum waren neben dem Außenhandel (Exporte plus 8,2 Prozent) auch die Investitionen. Sowohl in Ausrüstungen (plus 4,4 Prozent) als auch in Bauten (plus 5,2 Prozent) flossen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich mehr Mittel als im Vorquartal. Die privaten Konsumausgaben waren um 0,6 Prozent höher als in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Die Investitionen von Staat und Unternehmen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge - die sogenannten Ausrüstungsinvestitionen - bewegen sich noch auf relativ niedrigem Niveau. Der Anstieg der Bauinvestitionen erklärt sich zum Teil damit, dass viele Projekte wegen des strengen Winters verschoben worden waren.

Dennoch: Nach der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte mit einem Minus von 4,7 Prozent wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr 2010 im fünften Quartal in Folge. Auf Jahressicht stieg das BIP preisbereinigt um 4,1 Prozent.

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