Weltwirtschaft
Fitschen findet Sorge um Schwellenländer übertrieben

Als „normale Korrektur vorangegangener Überhitzung“ bezeichnet Bankenpräsident Fitschen die Konjunkturabkühlung Chinas und anderer Schwellenländer. Er kritisierte übertriebene Panikmache bei Wirtschaftsprognosen.

BerlinBankenpräsident Jürgen Fitschen sieht in der Wachstumsschwäche von Schwellenländern wie China keine allzu große Gefahr für die globale Konjunktur. „Die Sorge vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in eine neuerliche Krise ist überzogen“, sagte der Chef des Bankenverbands BdB und Co-Chef der Deutschen Bank am Freitag anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Lima.

„Dass sich das konjunkturelle Klima in den Schwellenländern abkühlt, ist zum Teil eine normale Korrektur vorangegangener Überhitzung“, betonte Fitschen, der an der Konferenz in Peru teilnimmt. Die Schwellenländer dürften dennoch weiter wachsen – allerdings mit etwas weniger Tempo als zuletzt.

Eines der zentralen Themen in Lima ist die Konjunkturabkühlung in den „Emerging Markets“. Denn China wächst derzeit zwar im internationalen Vergleich immer noch kräftig, aber deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Brasilien und Russland stecken in der Rezession.

Der IWF hatte in seinem Weltwirtschaftsausblick jüngst die Prognose für das globale Wachstum in diesem und im nächsten Jahr gesenkt und dies mit der Verlangsamung in den Schwellenländern begründet.

Fitschen geht nicht davon aus, dass die erwartete Zinswende in den USA zu abrupten Kapitalbewegungen führt und die schwierige Lage der Schwellenländer weiter verschärfen könnte.

Er sei zuversichtlich, dass es US-Notenbank Fed gelinge, die Anpassung der Geldpolitik in den USA behutsam und umsichtig zu steuern, sagte Fitschen. „Ein Zinsschritt wäre in dieser Hinsicht keine Gefahr.“ Die von der Fed in Aussicht gestellte Zinserhöhung wäre ein Beleg dafür, dass „die US-Wirtschaft inzwischen so robust ist, dass sich auch die Geldpolitik allmählich aus dem Krisenmodus verabschieden kann“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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