Wirtschaftsentwicklung
Chinas Aufschwung verliert Kraft

Die Industrieproduktion Chinas legte zwar zu, allerdings nicht so stark wie erwartete. Für das dritte Quartal rechnen Experten mit einer harten Landung der Wirtschaft, die im zweiten Quartal noch um 6,9 Prozent wuchs.
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PekingIn China haben Hoffnungen auf einen stärkeren Aufschwung einen kleinen Dämpfer erhalten. Die Industrieproduktion legte zu Beginn des dritten Quartals weniger stark zu als von Experten erwartet: Nach Regierungsangaben vom Montag stellten die Firmen im Juli 6,4 Prozent mehr her als vor Jahresfrist. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 7,2 Prozent gerechnet, nachdem das Plus im Juni noch bei 7,6 Prozent gelegen hatte. Trotz der Abschwächung rechnen Experten nicht mit einer harten Landung der Wirtschaft, die im zweiten Quartal um 6,9 Prozent und damit überraschend stark gewachsen war.

„Sowohl die Nachfrage aus dem Ausland als auch aus dem Inland dürfte zu Beginn des dritten Quartals allerdings etwas nachgelassen haben“, sagte Ökonom Julian Evans-Pritchard vom Analysehaus Capital Economics. Als Stütze der Wirtschaft erwiesen sich erneut die massiven Investitionen der Regierung in die Verkehrswege: Diese führten dazu, dass die Stahlproduktion im Juli auf einen neuen monatlichen Rekordwert von 74,02 Millionen Tonnen nach oben schnellte – ein Plus von 10,3 Prozent zum Vorjahr.

Damit dürften in den USA und Europa die Zweifel daran wachsen, dass die Regierung die Überkapazitäten in dem Sektor wirksam abbauen kann. US-Präsident Donald Trump wirft chinesischen Produzenten vor, dass sie Stahl unter dem Herstellungspreis auf den Markt werfen. Seine Regierung hat als Antwort auf die von ihr angeprangerte Dumping-Praxis in Einzelfällen Strafzölle verhängt. Aber auch die Europäer werfen China Preisdumping vor. Die Regierung in Peking hat zwar Produktionskürzungen für Billigsorten wie etwa Baustahl durchgesetzt. Doch zugleich können Hüttenwerke ihre Anlagen problemlos erweitern, wenn sie striktere Umweltauflagen erfüllen. Dadurch ist ein Großteil der staatliche Anstrengungen zum Abbau der Überkapazitäten verpufft.

Zugleich hat sich der Boom am Immobilienmarkt ein wenig abgekühlt, wie aus Reuters-Berechnungen auf Basis offizieller Daten hervorgeht. Das Wachstum der Investitionen in Wohnimmobilien, Geschäfts- und Büroflächen legte im Juli nur noch um 4,8 Prozent zu, nach einem Plus von 7,9 Prozent im Juni. Ökonom Li Qilin vom Finanzhaus Minsheng Securities geht davon aus, dass der Immobiliensektor dieses Jahr unter Abwärtsdruck geraten wird, da viele Projekte bereits abgeschlossen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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