Nachrichten

_

Wirtschaftsleistung: Chinas Wachstum fällt zurück

Die chinesische Wirtschaftsleistung hat 2012 um 7,7 Prozent zugelegt. Das ist der schlechteste Wert seit der Jahrtausendwende. Für das laufende Jahr rechnet die Regierung mit einem noch geringeren Wachstum.

Container auf  dem Gelände des Containerhafens Shanghai Pudong. Die chinesische Wirtschaftsleistung ist schwächer geworden. Quelle: dpa
Container auf dem Gelände des Containerhafens Shanghai Pudong. Die chinesische Wirtschaftsleistung ist schwächer geworden. Quelle: dpa

PekingChinas Wirtschaft wächst so schwach wie seit 13 Jahren nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung sei im vergangenen Jahr nur um 7,7 Prozent gestiegen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag unter Berufung auf den stellvertretenden Chef der mächtigen Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Zhang Xiaoqiang. Für das laufende Jahr sei sogar mit einem noch geringerem Anstieg um 7,5 Prozent zu rechnen, sagte Zhang demnach weiter. Analysten hoffen nun auf Anzeichen, dass sich das Blatt wieder wendet. Als Vorbote gilt der unerwartet kräftige Anstieg der Lebenshaltungskosten.

Anzeige

Beobachter sehen in der anziehenden Teuerung ein Anzeichen dafür, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft dank einer zunehmenden Nachfrage im Inland langsam wieder an Fahrt gewinnt. Die Inflation legte angesichts deutlich teurerer Lebensmittel auf 2,5 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit sieben Monaten, wie die Statistiker mitteilten. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit 2,3 Prozent gerechnet. Ein Grund für die höhere Teuerung sei der harte Winter, sagte ein Statistiker: In China ist es derzeit so kalt wie seit 28 Jahren nicht mehr. Das erschwert den Anbau und den Transport von Gemüse und treibe daher dessen Preis in die Höhe. Im gesamten Jahr 2012 stiegen die Verbraucherpreise um 2,6 Prozent. Die Notenbank hat sich ein Inflationsziel von vier Prozent gesetzt.

Inflation Inflation in China gestiegen

Mit 2,5 Prozent fiel die Inflation deutlich höher aus als erwartet.

In den kommenden Monaten sei zwar mit stärker steigenden Preisen zu rechnen, das sei aber kein Grund zur Besorgnis, sagte Volkswirt Li Huiyong von Shenyin & Wanguo Securities in Shanghai: „Wir gehen davon aus, dass die Inflation 2013 mit ungefähr drei Prozent der Regierung keine großen Sorgen bereitet.“ Die Notenbank kündigte an, an einer „umsichtigen“ Geldpolitik im laufenden Jahr festzuhalten und zugleich eine vernünftige Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Krediten sicherzustellen.

China

Aus Angst, die Inflation anzutreiben und die hohen Immobilienpreise weiter anzuheizen, hat die Zentralbank den Leitzins seit Sommer 2012 nicht weiter gesenkt. Häuser und Wohnungen verteuern sich einer privaten Umfrage zufolge in den 100 größten Städten Chinas im Dezember um 0,2 Prozent, das ist der siebte Anstieg in Folge. Die Regierung in Peking arbeitet seit drei Jahren daran, den Immobilienmarkt abzukühlen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Syrien : Das Leiden nimmt kein Ende

Das Leiden nimmt kein Ende

Am 21. August 2013 attackierte das Assad-Regime Orte im Umland von Damaskus mit Giftgasbomben. Die Überlebenden leiden bis heute unter den Folgen. Aber das damals strauchelnde Regime konnte seine Stellung festigen.

Export-Einbrüche: Stress für Exporteure nach Russland

Stress für Exporteure nach Russland

Im Zuge von Ukraine-Krise und Sanktionen gegen Russland muss das deutsche Exportgeschäft Einbußen hinnehmen: Besonders stark betroffen sind Auto- und Maschinenbauer und Exporteure von Nahrungs- und Futtermitteln.

Reformen in Frankreich: Hollande drückt aufs Gas

Hollande drückt aufs Gas

Arbeitslosenzahlen in Rekordhöhe und eine schwache Konjunktur: Schwierige Zeiten für Frankreichs Wirtschaft. Präsident Hollande will daher mehrere Reformen auf den Weg bringen, etwa zu Wohnungsbau und Einkommenssteuer.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International