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Wirtschaftsleistung: Geschäftsklima wieder so gut wie vor Lehman-Pleite

Die Details zur BIP-Schätzung sind da: Steigende Investitionen haben der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal das stärkste Wachstum seit eineinhalb Jahren beschert. Und auch Geschäftsklima ist wieder so gut wie vor wie vor der Lehman-Pleite und dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Spätsommer 2008. Doch vor allem ein Faktor erweist sich als Wachstumshemmnis.

In Bauten wurden im Sommerquartal mehr investiert als im Vorquartal. Quelle: dpa
In Bauten wurden im Sommerquartal mehr investiert als im Vorquartal. Quelle: dpa

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,7 Prozent zum Vorquartal zu, bestätigte das Statistische Bundesamt am Dienstag eine frühere Schätzung. Das ist das größte Plus seit Anfang 2008. „Die deutsche Wirtschaft scheint sich weiter zu erholen“, sagte ein Statistiker.

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Bereits im Frühjahr war die Wirtschaft nach einem Jahr Rezession erstmals wieder gewachsen – um 0,4 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte es mit minus 3,5 Prozent den stärksten Rückgang seit Beginn der Statistik 1970 gegeben, weil die globale Finanzkrise dem Exportweltmeister besonders zusetzte und die Nachfrage nach deutschen Produkten einbrechen ließ.

In Bauten wurden im Sommerquartal 1,5 Prozent mehr investiert als im Vorquartal. Auch die Ausgaben für Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen legten mit 0,8 Prozent spürbar zu. Der Export von Waren stieg um 4,9 Prozent. Da die Importe mit 6,5 Prozent noch stärker zunahmen, bremste der Außenhandel das Wachstum rein rechnerisch. Als Hemmnis erwiesen sich auch die privaten Konsumausgaben, die um 0,9 Prozent schrumpften. Die staatlichen Konsumausgaben erhöhten sich dagegen um 0,1 Prozent. Die Unternehmen stockten ihre Lager auf – das allein trug 1,5 Prozent zum Wachstum bei. Experten werten das als Hinweis darauf, dass sich die Firmen auf eine steigende Nachfrage vorbereiten.

Wie stark die Wirtschaft trotz der Erholung immer noch unter den Folgen der weltweiten Finanzkrise leidet, zeigt der Vergleich mit dem dritten Quartal 2008: Hier brach das Bruttoinlandsprodukt – die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen – um 4,7 Prozent ein. Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen ebenso wie die Bundesregierung für das Gesamtjahr mit einem Minus von 5,0 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Für 2010 sagen die Weisen ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus und sind damit etwas optimistischer als die Regierungsprognose von 1,2 Prozent.

Aus der Eurozone kamen ebenfalls positive Signale: Die Industrieunternehmen haben im September 1,5 Prozent mehr Aufträge erhalten als im Vormonat, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Allerdings fiel der Anstieg im August mit 0,6 Prozent deutlich schwächer aus als zunächst ermittelt. In der Erstschätzung war noch ein Zuwachs von 2,0 Prozent ausgewiesen worden. Im Jahresvergleich sanken die Aufträge im September um 16,5 Prozent. Im Vormonat waren sie noch um 23,2 Prozent zurückgegangen.

Dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich verbessert hat, signalisiert auch der Ifo-Geschäftsklimaindex. Das Stimmungsbarometer stieg von 92 Punkten im Vormonat auf 93,9 Punkte, wie das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mitteilte. Die befragten Manager beurteilten die Lage und auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als im Oktober. Damit fiel die Stimmungsaufhellung noch stärker aus als erwartet. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 92,7 Punkte gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise“, kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn den abermaligen Anstieg des wichtigen Konjunkturbarometers. Gleichwohl liege der Ifo-Index im historischen Vergleich noch auf moderatem Niveau.

Während sich das Klima im Verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel aufhellte, trübte es sich im Bausektor und bei den Dienstleistern ein. Der ifo-Index wird jeden Monat aus einer Befragung von rund 7000 Unternehmen erhoben gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Was die BIP-Daten schon zeigen, erwartet das Ifo-Institut auch für das kommende Jahr: Der private Konsum schwächelt. Nach Einschätzung der Münchner Experten wird dies trotz der sich erholenden Konjunktur der Fall sein. Steigende Arbeitslosenzahlen dürften der Hauptgrund dafür sein, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Zudem gebe es keine Entlastung der Haushalte mehr durch sinkende Energiekosten.

  • 24.11.2009, 13:36 UhrAnonymer Benutzer: immogeschaedigte

    Den Firmen geht es besser, den Konsumenten nicht.Und dies wird auch einige Zeit so bleiben.Wie kann der private Konsum wieder angekurbelt werden? Denke,der dauerhafteste Faktor ist ein "sicherer" Arbeitsplatz mit Zukunftsperspektive. Solange sich dieses Gefühl beim Konsumenten nicht einstellt, wird die Unsicherheit sich mit zurückhaltendem Konsum auswirken.

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