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World Economic Outlook: IWF warnt vor globaler Konjunkturflaute

Europa und die USA haben die Welt in ihrer Hand. Lösen sie ihre Probleme, geht es aufwärts. Versagen sie, droht der Welt eine erneute tiefe Krise.

Die weltweite Industrieproduktion im ersten Halbjahr 2012 war enttäuschend. Quelle: dpa
Die weltweite Industrieproduktion im ersten Halbjahr 2012 war enttäuschend. Quelle: dpa

Tokio/BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Welt vor einer historischen Wahl zwischen Rezession und Erholung. Zum einen hat der IWF die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gesenkt und vor einer globalen Rezession gewarnt. „Das Risiko einer gravierenden Verlangsamung der Weltkonjunktur ist alarmierend hoch“, schrieb der IWF in seinem „World Economic Outlook“.

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Zum anderen zeigte sich IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard am Dienstagmorgen in Tokio bei der Vorstellung des Berichts „vorsichtig optimistisch“, falls die Länder der Euro-Zone ihre Versprechen umsetzen und die USA ihre „fiskalpolitische Kliff“, ein hartes, durch politische Blockade verursachtes Sparprogramm, vermeiden. „Das Argument für ein verbessertes Szenario ist ein bisschen stärker als für einige Zeit war“, so Blanchard.

Konjunkturprognose des IWF Es gibt auch Lichtblicke für Wachstum

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In seinem halbjährlichen „World Economic Outlook“ senkte der IWF seine Prognose von 3,9 auf 3,3 Prozent. Für 2013 sagt die IWF-Ökonomen zwar 3,6 Prozent Wachstum voraus. Jedoch erhöhten sie auch die Wahrscheinlichkeit, dass das das globale Wachstum unter zwei Prozent sinken könnte, von vier auf 17 Prozent. Zwei Prozent gilt als Schwelle für eine globale Rezession.

Der Grund für die Revision ist das unerwartet maue erste Halbjahr 2012, die weltweit auf die Industrieproduktion und den Handel drückten. Auch die Sparrunden, die praktisch alle westlichen Regierungen gleichzeitig umsetzten, hätten die globale Nachfrage stärker belastet als zuvor angenommen, erklärte Blanchard. Tatsächlich haben die Industrieländer ihre Haushalte zuletzt um Werte in Höhe von einem Dreiviertelprozent der Wirtschaftsleistung zusammengestrichen. 2013 dürfte es sogar ein Prozent sein.

IWF Fiscal Monitor Schuldenproblem wird zum Drahtseilakt in den USA

Der IWF hält die Schulden vor allem in den USA für zu hoch. Sie ließen sich durch eine moderate Inflation kaum zurückführen. Derlei Hoffnungen seien trügerisch, wie ein schockierendes Rechenbeispiel für die USA zeige.

IWF Fiscal Monitor: Schuldenproblem wird zum Drahtseilakt in den USA

Die Schwäche der Industrieländer schlägt derweil voll auf die Schwellenländer durch. Das Abflauen von Chinas Hochwachstum ginge zu einem Großteil auf schwächere Auslandsnachfrage zurück, sagten die IWF-Ökonomen. Daher haben die Fonds-Forscher in fast allen Ländern ihre Prognosen gesenkt. Besonders groß ist die Korrektur für Deutschland: Die Prognose für 2013 senkten die IWF-Forscher gleich um einen halben Prozentpunkt.

Allerdings erwarten die IWF-Volkswirte, dass es ab der zweiten Jahreshälfte 2013 mit der Weltkonjunktur wieder aufwärts gehen wird. Doch sicher ist das längst nicht. Denn die IWF-Vorhersage für das kommende Jahr basiert auf ungewöhnlich optimistischen Annahmen.

So gingen sie bei ihren Berechnungen einerseits davon aus, dass es Europas Politikern gelingt, die Krise in der Währungsunion weiter einzudämmen und mit institutionellen Reformen für neues Vertrauen in der Wirtschaft zu sorgen, erklärte Jörg Decressin vom IWF in Tokio. Andererseits müssten die Amerikaner das sogenannte fiskalische Kliff „entschärfen“, so Decressin. Sonst drohe weltweit eine Rezession.


Wachstum Bruttioinlandsprodukt

Deutschland (in %)

20122013
Prognose Juli 20121,01,4
Prognose Oktober 20120,90,9
Quelle: World Economic Outlook (IWF), Oktober 2012

  • 09.10.2012, 15:34 UhrMJM1605

    Richtig! Die kapitalistischen Entscheidungsträger von heute sind nicht mehr die gleichen wie gestern. Bei denen war klar dass ein gesunder und nachhaltiger Wachstum und damit gesellschaftliche Werteschaffung nur durch gerechte und für den Konsum logische Verteilung zu erreichen ist. Bei den heutigen hingegen dominiert die durch Minderwertigkeitskomplexe (da sie ja nicht diejenigen sind, die die Werte geschaffen haben und daher, oder gerade deswegen, danach streben bewundert und geliebt zu werden) hervorgerufene Gier gepaart mit dem völligen Unwillen zu teilen. Im Gegenteil wird der arbeitenden Bevölkerung nicht nur deren Verdienst gekürzt, Arbeitplätze vernichtet und in Billiglohnländer transferiert sondern auch noch ganz perfide es ermöglicht sich für den für die Wirtschaft notwendigen Konsum, verbunden mit hoher Zinsbelastung, zu verschulden.

  • 09.10.2012, 13:09 Uhrmargrit117888

    Ludwig Erhard sagte mal "Zur sozialen Marktwirtschaft gehört auch das Maßhalten"
    Aber das Maßhalten ist der Gier gewichen und soziale Marktwirtschaft haben wir nicht mehr. Wir haben knallharen Manchester-Kapitalismus
    Immer mehr, immer höher, immer weiter etc.
    Dies aber hat uns doch genau dahin geführt, wo wir heute sind.
    Wohin hat denn Schröders Agenda 2010, Dumpinglöhne etc. in Deutschland geführt?
    Und obendrauf noch die völlig falsche Einführung des Euro? Der ja für uns eine 100%ige Preiserhöhung war und bis heute ist
    Und zum völligen Zusammenbruch des Binnenmarktes führte, wenn kein Geld bei den Leuten ist, können die eben nichts kaufen.
    Und Merkel macht das doch weiter, nur noch schlimmer.
    Und das will sie doch nun auch den anderen Euro-Staaten befehlen.
    Das ist Brüning-Politik.
    Wo die letztendlich hingeführt hat, ist doch bekannt

  • 09.10.2012, 13:06 UhrKarl_Boes

    Wenn das "Der IWF rät daher, die lockere Geldpolitik weltweit fortzusetzendie" Lösung sein soll, dann frage ich mich, für was wir diese Schmarotzer brauchen. Für die Einführung und Legitiemierung der dann endlich weltweiten Planwirtschaft ?
    Na gute Nacht !

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