ZEW-Index: Dämpfer für Konjunkturoptimisten

ZEW-Index
Dämpfer für Konjunkturoptimisten

Finanzexperten schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich schlechter ein. Im Februar ist der ZEW-Index überraschend gesunken. Ein Grund dafür dürften schwache Daten aus den USA sein.
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Mannheim/BerlinBörsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich schlechter als erwartet. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen sank im Februar um 6,0 auf 55,7 Punkte, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 251 Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen unveränderten Wert erwartet. Die Lage beurteilten die Experten aber deutlich besser: Das Barometer kletterte um 8,8 auf 50,0 Punkte. Hier waren nur 44,0 Zähler erwartet worden.

"Der Rückgang der Konjunkturerwartungen sollte nicht überbewertet werden", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Die Finanzmarktexperten bleiben mehrheitlich optimistisch." Den Rückgang führt das ZEW auf schwächelnde Beschäftigungszahlen und gedämpfte Konjunkturindikatoren in den USA zurück. Beides lasse die Sorge aufkeimen, dass der Aufschwung der weltgrößten Volkswirtschaft an Tempo verlieren könnte. Unsicherheit schüre auch die Entwicklung in einigen Schwellenländern.

Die deutsche Wirtschaft setzt nach zwei mageren Jahren in Folge wieder zu einem stärkeren Wachstum an, sagen die meisten Ökonomen voraus. Die Bundesregierung erwartet für 2014 ein Plus von 1,8 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent erhöhen soll. 2012 waren es 0,7 Prozent, 2013 sogar nur 0,4 Prozent.


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  • Es macht keinen Sinn, die Arbeitnehmer von der Industrie auszuspielen, wie Sie es versuchen. Für den ZEW-Index geht es auch nicht um die Verbraucher, sondern einzig und alleine um die Frage der Einschätzung der Industrie.

    Sie erlauben bitte die Anmerkung, dass es dafür auch für Verbraucher ein Pendant gibt, der das Verbrauchervertrauen erfasst.

    Im Übrigen stimme ich Ihnen natürlich zu, dass auch für Verbraucher die Grenze überschritten ist. Es hilft nur nichts, die Vorteile aufzuzählen, die die Industrie erhalten habe. Scheinvorteile haben auch Verbraucher bekommen.

    Also bitte keine überflüssige Scheindebatte! Wir stehen vor dem Problem, dass dieser Staat maßlos geworden ist und das betrifft jeden in diesem Land.

  • Moment mal: Was hat die deutsche Politik alles für die Unternehmen getan? Den Spitzensteuersatz um über 10 % gesenkt, Niedriglöhne, Zeitarbeit und Leiharbeit ermöglicht, was keine Rente der Arbeitnehmer mehr sichert, Personalauslagerungen um die Löhne zu kürzen, massive Strompreisermäßigungen in vielen industriellen Bereichen zu Lasten der Privatkunden, und dann immer noch weitere Forderungen? Nein, die Arbeitnehmer und betrogenen Rentner sind jetzt auch einmal dran, um netto wieder aufzuholen. Das sind die Fakten in unserem Land, wo die Bürger immer mehr belastet werden und die Vermögensvorsorgen geraubt werden als Negativergebnis des irrsinnigen Einheitseuros und der Bevormundungs-EU. Auch dem muss zu den Europawahlen Einhalt geboten werden. Die Bürger müssen europakritische Parteien wählen, weil die Blockparteien versagt haben.

  • Die Schuldenuhr steht doch erst bei 2143 Mrd. €, da kommt es auf die kleine Diätenerhöhung nicht an. Da lässt sich der Finanzminister als Supersparer feiern und erhöht jedes Jahr den Schuldenberg.

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