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ZEW-Index gestiegen: Licht am Ende des Tunnels

Der Pessimismus unter Deutschlands Börsenexperten lässt nach. Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen überraschend um 1,4 auf minus 53,8 Punkte. Es ist der erste Anstieg des Barometers nach neun Rückgängen in Folge.

Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 1,4 Punkte auf minus 53,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Von der Nachrichtenagentur dpa befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf minus 55,4 Punkte gerechnet.

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Zuvor waren die Erwartungen neun Monate in Folge gesunken. „Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Finanzmarktexperten rechneten anscheinend mit einer geringeren Wirtschaftsdynamik, aber nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten halben Jahr.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten "gut" und "schlecht".

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Volkswirte reagierten verhalten. „Aus dieser Bewegung sollte man keine zu große Story machen“, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. Immerhin habe es keine Verschlechterung der ohnehin schon negativen Stimmung unter den Finanzmarktteilnehmern gegeben. „Die Interventionen der Zentralbanken und der EU-Gipfel haben dafür gesorgt“, sagte Scheuerle. Euphorie gebe es aber nicht.

Auch Ulrich Wortberg von der Helaba bewertete die Ergebnisse vorsichtig. „Entwarnung kann noch nicht gegeben werden“, sagte er. Das Niveau sei weiterhin sehr niedrig. Und die Sorgen angesichts der Schuldenkrise dauerten an, was in der weiter nachlassenden Lagebeurteilung zum Ausdruck komme.

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

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