ZEW-Index steigt deutlich: Finanzexperten nähren Hoffnung auf Trendwende

ZEW-Index steigt deutlich
Finanzexperten nähren Hoffnung auf Trendwende

Für die deutsche Wirtschaft gibt es zunehmend positive Signale. Der ZEW-Index über die Aussichten der Finanzexperten legt im Dezember deutlich zu. Nach einem schwachen Winter könnte das Wachstum bald anziehen.
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Berlin/MannheimDas Vertrauen der Finanzprofis in die deutsche Wirtschaft hat sich überraschend deutlich gefestigt. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten kletterte im Dezember auf plus 6,9 von minus 15,7 Punkten, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag zu seiner Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte. Das ist der beste Wert seit Mai. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einer Verbesserung auf minus 12,0 Punkte gerechnet. "Zwar wird die Abkühlung der Konjunktur der letzten Monate auch in das Jahr 2013 hineinreichen, jedoch bleibt Deutschland nach derzeitigem Stand der Dinge eine Rezession erspart", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Bedingung hierfür sei aber, dass sich die Euro-Krise nicht noch einmal verschärfe.

Die Lage bewerteten die Experten ebenfalls besser als im Vormonat: Dieses Barometer stieg auf 5,7 von 5,4 Punkten. Ökonomen hatten 5,0 Zähler vorausgesagt.

Deutschland sehe sich einem sehr günstigen Umfeld gegenüber, vor allem aufgrund der expansiven Geldpolitik, sagte Ralph Solveen, Leiter Volkswirtschaftliche Analyse bei der Commerzbank AG in Frankfurt. “Sollte sich die Schuldenkrise in den nächsten Monaten weiter entspannen, wie wir erwarten, dann impliziert dies eine deutliche Erholung der Wirtschaft im Laufe des Jahres 2013.”

Insgesamt waren Experten für die deutsche Wirtschaft zuletzt optimistischer. Im November war der Ifo-Index zum ersten Mal nach sechs Rückgängen wieder gestiegen. Auf der Handelsblatt-Prognosebörse gehen die Teilnehmer zwar davon aus, dass der Ifo-Index im Dezember fällt - für Januar und Februar rechnen sie jedoch mit einem Anstieg.

Im dritten Quartal wuchs die deutsche Wirtschaft nur noch mit 0,2 Prozent, nach plus 0,3 Prozent im zweiten Quartal. Die Eurozone fiel zum zweiten Mal in vier Jahren in eine Rezession. Angesichts der sinkenden Nachfrage aus dem Euroraum exportieren einige Unternehmen verstärkt in schneller wachsende Volkswirtschaften außerhalb Europas. Die Ausfuhren aus Deutschland in Länder außerhalb der Europäischen Union lagen im dritten Quartal um 9,9 Prozent höher als in der Vorjahresperiode, wie das Statistische Bundesamt vergangene Woche mitteilte.

Dennoch stelle die Lage in der Eurozone ein ziemliches Risiko für die deutsche Wirtschaft dar, warnte Lothar Hessler, Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt AG in Düsseldorf. “Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion sind recht besorgniserregend. Ich rechne mit einer deutlichen Schrumpfung im vierten Quartal.”

Die Bundesbank sagt der deutschen Wirtschaft für Ende 2012 ein leichtes Schrumpfen voraus und erwartet im ersten Quartal eine Stagnation. Auch für das Gesamtjahr 2013 erwarten die Notenbanker nur einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent. Die Bundesregierung hingegen rechnet mit einem Plus von einem Prozent.

Kommentare zu " ZEW-Index steigt deutlich: Finanzexperten nähren Hoffnung auf Trendwende"

Alle Kommentare
  • Frau Dr. Merkel macht einen gigantisch guten Job. Die Wiederwahl ist ihr sicher.
    Die Unterschicht wird immer jammern ... das muss so sein!

  • Ich verstehe die Jammerei hier nicht!
    D ist für Hochqualifizierte ein Paradies. Die EU u. der € ein Segen.
    Uns geht es als Hochqualifizierte so gut wie noch nie! Ich habe pure Freude am Leben u. konsumiere entsprechend. Von Krise keine Spur ... woher auch?

  • @Josua

    nicht verrückt! Das ist das sogenannte "New Normal".
    Bitte anpassen, sonst droht "Mollatisierung".

    Man sollte solch weiche "Stimmungs"-Interview-Indikatoren wie den ZEW ganz einfach ignorieren und auf die harten Wirtschaftdaten schauen (vorbehaltlich der statistischen "Bearbeitung" dieser Date natürlich).

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