
Berlin/MannheimDas Vertrauen der Finanzprofis in die deutsche Wirtschaft festigt sich. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten kletterte im Oktober auf minus Zähler 11,5 von minus 18,2 Punkten, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag zu seiner Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einer Verbesserung auf minus 15,0 Punkte gerechnet.
ZEW-Präsident Wolfgang Franz wertete den Anstieg als Hinweis, dass sich die konjunkturellen Risiken für Deutschland aus Sicht der Finanzmarktexperten etwas reduziert hätten. Hierzu dürfte beigetragen haben, dass die Unsicherheit an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen abgenommen habe. Zwar würden immer noch etwas mehr Finanzexperten mit einer weiteren Abkühlung als mit einer Verbesserung der deutschen Konjunktur rechnen, im Vergleich zum Vormonat sei ihr Anteil aber erneut zurückgegangen.
"Der gestiegene Saldo des Indikators zeigt, dass sich die konjunkturellen Risiken für Deutschland aus Sicht der Finanzmarktexperten etwas reduziert haben", erklärte das ZEW. "Das sommerliche Stimmungstief scheint überwunden", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Gleichzeitig sei die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft erneut etwas weniger positiv beurteilt worden.
Die Lage bewerteten die Experten schlechter als im Vormonat: Dieses Barometer fiel um 2,6 auf 10,0 Punkte. Ökonomen hatten 11,3 Zähler vorausgesagt.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.
Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.
Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.
Optimistischer ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Er sagte für 2013 ein Plus von 0,9 Prozent voraus - allerdings im Oktober.
Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.
Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.
Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Das ist ein reiner "Psychologie"-Index. Schön manipulierbar, ungestört durch harte Fakten oder Realitäts-checks, wunderbar geeignet für die Manipulation der Märkte.
Man kann ihn sich übrigens sparen: Aktienindizes sind als "Stimmungsbarometer" und Manipulationinstrumente (FED: "Wealth Effect") nämlich wesentlich besser geeignet.

Auch wahr. Wobei solides Wirtschaften für Deutschland kaum zutrifft. Die Haushaltspolitik dieser Bundesregierung ist eigentlich eine Katastrophe.

Sie sollten wissen, dass der ZEW-Index selbst unter Experten als sehr begrenzt aussagekräftig gesehen wird. Die Umfragen werden unter Finanzleuten geführt, deren Stimmungsschwankungen heftig sind. Nach ein paar guten Börsentagen steigt der Index, in schwachen Börsenphasen stürzt er ab. Schlaue Anleger ignorieren ihn daher, weshalb es auch keine Veranlassung für Diskussionen über Herrn Weidmann gibt.
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