ZEW-Indikator: Finanzprofis glauben an Deutschland

ZEW-Indikator
Finanzprofis glauben an Deutschland

Gute Stimmung bei den Finanzexperten: Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich im Februar verbessert. Die Konjunktur wird laut ZEW-Indikator in der zweiten Hälfte des Jahres wieder an Fahrt gewinnen. Der größere Optimismus basiert vor allem auf einer Entwicklung.

HB BERLIN. Professionelle Anleger und Analysten haben die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Februar erneut positiver beurteilt. Das monatliche Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg auf plus 2,9 von minus 3,6 Punkten im Januar. Trotz des vierten Anstiegs in Folge verharrte der Indikator unter seinem historischen Mittelwert von 33,3 Punkten.

Der größere Optimismus basiert den Angaben zufolge auf der dynamischen Inlandsnachfrage. Zudem stabilisiere sich der private Verbrauch wieder. „Erfreulicherweise signalisiert die Entwicklung des Indikators, dass die dämpfenden Effekte der Mehrwertsteuererhöhung nach Ansicht der Finanzmarktexperten vorwiegend temporärer Natur sein werden“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter rund 300 Analysten und institutionellen Anlegern.

Die Analysten gehen laut ZEW davon aus, dass sich die Investitionsnachfrage im Inland „dynamisch“ entwickelt und die Konsumnachfrage sich wieder stabilisiert. Gute Nachrichten über das Wirtschaftswachstum und den Konsum in den USA ließen das internationale Umfeld zudem in einem freundlicheren Licht erscheinen.

Experten hatten im Schnitt mit 5,0 Punkten gerechnet. Die aktuelle Lage schätzten die Experten ebenfalls besser ein: Der Teilindex kletterte auf das Rekordhoch von 70,9 Punkten nach 70,6 Zählern im Januar. Analysten hatten einen Rückgang auf 67,8 Punkte vorausgesagt.

"Bei der Lage ist der erneute Anstieg überraschend", sagte Analyst Stefan Mütze von der Helaba. "Das zeigt nur, dass die Mehrwertsteuererhöhung keine allzu negativen Effekte hat."

Auch Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim beurteilte positiv, dass der extreme Pessimismus der vergangenen Monate in dem Indikator nachlässt. "Die Verfassung der deutschen Wirtschaft ist nach wie vor sehr gut. Andere Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass der Aufschwung nach einer Delle wieder an Fahrt gewinnen wird, was sich auch mittelfristig in den ZEW-Erwartungen widerspiegeln wird.“

Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort schätzte, dass sich die Schere zu anderen Umfragen in den kommenden Monaten schließen sollte. „Denn die Wachstumsprognosen für 2007 dürften weiter nach oben korrigiert werden.“

Nach der Veröffentlichung des Barometers bröckelte der Dax geringfügig ab. Er lag 0,3 Prozent im Plus bei 5879 Punkten. Im Gegenzug grenzte der Bund-Future seine Verluste etwas ein und notierte zwölf Ticks niedriger bei 114,77 Zählern. Der Euro bewegte sich kaum.

»  Wie die Märkte auf die Daten reagieren

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