Nahost-Konflikt
Israels Wirtschaft droht ein Dämpfer

Trotz des Konfliktes mit dem Libanon geben sich Israels Wirtschaftslenker optimistisch. Tatsächlich ist der direkte Schaden der Auseinandersetzung für die israelische Wirtschaft - jedenfalls vorerst - begrenzt. Indessen könnte eine länger anhaltende Krise das Wachstum hemmen und das Vertrauen ausländischer Investoren schmälern. Im Fremdenverkehr ist der Schaden bereits jetzt groß.

bfai JERUSALEM. Durch die wiederholten Raketenangriffe aus dem Libanon wurde die Wirtschaftstätigkeit im israelischen Landesnorden empfindlich getroffen. Die Raketengefahr hat nicht zuletzt die Industrieproduktion in der Region empfindlich geschmälert, auch der Binnentourismus kam zum Erliegen. Indessen hielt sich der direkte Schaden in Grenzen.

Damit ist die Frage nach den längerfristigen Auswirkungen des Konlfiktes auf die Wirtschaftsentwicklung jedoch nicht beantwortet. Wie immer bei Krisen, werden die Börsennotierungen und die Wechselkursentwicklung des Neuen Schekels (NIS) aufmerksam beobachtet. Sie gelten als ein wichtiges Indiz für die Wirtschaftsstimmung im Lande. Hierbei merken Experten an, dass eine Panikreaktion vorerst ausgeblieben ist.

Die Tel Aviver Aktienkurse gaben zwar bei Ausbruch der Kämpfe um rund 4% nach, doch setzte sich die rückläufige Tendenz später nicht mehr fort. Am Sonntag kam es sogar zu einer leichten Erholungstendenz. Die Abwertung der Währung hielt sich ebenfalls in Grenzen und betrug bis Anfang dieser Woche rund 4% gegenüber dem US-Dollar. Eine massive Flucht aus dem Schekel ist ausgeblieben. Das, so Börsenbeobachter, gelte auch für ausländische Investoren.

Die meisten israelischen Kommentatoren gaben sich zuversichtlich, dass die Wirtschaft die Krise gut überstehen werde, auch wenn vorübergehende Verluste unvermeidlich seien. Eine ähnliche Einschätzung sprach die britische Rating-Agentur Fitch aus. In einer Lagebeurteilung erklärten die Fitch-Experten, in der kurzen Frist werde das Vertrauensniveau in Israel zwar einen "Dämpfer" erfahren, doch dürften die gute wirtschaftliche Ausgangslage und der "robuste" politische Rahmen des Landes die ökonomischen Folgen beschränken.

Die relativ positiven Einschätzungen setzen voraus, dass die Kampfhandlungen nicht weiter eskalieren, keine weiteren Länder erfassen und in absehbarer Zeit auf politischem Wege beendet werden. Eine wichtige Einflussgröße wird der Grad politischer und militärischer Stabilität sein, die nach Beendigung der bewaffneten Operationen einkehrt. Laut einer Einschätzung der britischen HSBC-Bank steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Wachstumsprognosen wegen eines Rückgangs des Verbraucheroptimismus, der Zuversicht der gewerblichen Wirtschaft, der Direktinvestitionen des Auslands und anderer Einflussgrößen zurückgeschraubt werden müssen, falls die Gewalt anhaltend sollte. Auch wird es auf das palästinensisch-israelische Verhältnis ankommen, das gegenwärtig ebenfalls von einer Eskalation geprägt wird.

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