Neigung zum Kauf langlebiger Güter sinkt weiter
Spritpreise lasten auf Verbraucherstimmung

Wachsender Zweifel an einem Wirtschaftsaufschwung und die extrem hohen Benzinpreise haben den Deutschen im Mai die Stimmung gründlich verhagelt. Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auf Basis einer Umfrage im Mai errechnete Konsumklima für Juni rutschte auf 4,5 von 4,7 Punkten im Vormonat ab, wie die GfK am Mittwoch mitteilte.

HB BERLIN. „Der private Verbrauch wird demnach als Konjunkturstütze in diesem Jahr ausfallen“, zog GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl als Fazit aus der Umfrage. Die Menschen verlören mehr und mehr den Glauben daran, dass Probleme wie die Löcher im Staatshaushalt oder die Wachstumsschwäche in naher Zukunft zu lösen sind.

Volkswirte sehen angesichts der schlechten Stimmung schwarz für Branchen wie den Einzelhandel. „Die GfK-Umfrage bestätigt, dass wir in nächster Zeit keine Belebung des privaten Verbrauchs sehen werden“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Der Ölpreis-Schock habe den Unmut durch hohe Arbeitslosigkeit und Gesundheitsreform noch verstärkt. „Des Deutschen liebstes Kind ist nun einmal das Auto. Der Ölpreis hat deshalb eine starke psychologische Wirkung“, sagte Lüschow.

Der Indikator zu den Konjunkturerwartungen der Menschen sank im Mai auf minus 18 von minus 8,2 Punkten und damit auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Der wachsende Pessimismus drückte sich ebenfalls in ihren Einkommenserwartungen aus: Der Teilindikator brach auf minus zehn Zähler von plus 0,3 Zählern ein. Neue Sparvorschläge zur Sanierung der klammen öffentlichen Haushalte - wie zuletzt etwa die Abschaffung des Sparerfreibetrages - ließen die Bürger weitere Einkommensverluste befürchten, sagte Bürkl.

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