Neuaufträge-Schub
Deutsche Industrie gibt Vollgas – auch beim Jobaufbau

Die boomende deutsche Industrie hat im November nochmals einen Gang höher geschaltet. Produktion und Auftragslage verbesserten sich, wie die Markit-Experten am Mittwoch zu ihrer Umfrage unter Einkaufsmanagern mitteilten. In der Euro-Zone erwiesen sich neben Deutschland auch Frankreich als Schrittmacher des Industriewachstums.
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HB BERLIN. Der BME/Markit-Index stieg auf 58,1 Zähler nach 56,6 Punkten im Oktober. Dies ist der höchste Wert seit drei Monaten. Das Barometer liegt nunmehr bereits 14 Monate in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Die deutsche Industrie hat im November ihre Fertigung erneut kräftig hochgefahren“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

Die verbesserte Auslastung von Maschinen und Anlagen sorgt dafür, dass die Firmen wieder viele neue Mitarbeiter einstellen. Der Jobaufbau fiel so stark aus wie seit März 2008 nicht mehr. Zwar verbesserte sich auch die Auftragslage so stark wie seit vier Monaten nicht mehr. Doch mit dem rasant steigenden Ordereingang in der ersten Jahreshälfte konnte der Zuwachs im November nicht Schritt halten. Die neuen Exportaufträge legten den 14. Monat in Folge zu. Doch das Plus war nicht mehr ganz so kräftig wie im Oktober.

Zugleich bekamen die Firmen die Teuerung bei Rohstoffen zu spüren. Da sich die Preise für Kupfer und Stahl, aber auch für Energie erhöhten, mussten die Unternehmen höhere Kosten schultern: Der Preisdruck war so kräftig wie seit Mai nicht mehr. Die Unternehmen konnten die gestiegenen Kosten teilweise an ihre Kunden überwälzen: Die Preise ab Werkstor stiegen so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Diesen Trend belegen auch die heute vorgestellten Zahlen aus dem deutschen Maschinenbau: Die Zahl der Bestellungen legte im Oktober um 32 Prozent zu. Wie der Branchenverband VDMA mitteilte, übertraf die Auslandsnachfrage mit einem Plus von 35 Prozent das Inlandsgeschäft, das um 25 Prozent wuchs. „Der Auftragseingang im Oktober macht abermals deutlich, dass das stürmische Wachstum des ersten Halbjahres inzwischen einer ruhigeren Gangart gewichen ist“, erklärte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Im Mai und Juni lag das Plus noch bei über 60 Prozent.

Nach den extremen Zuwachsraten im ersten Halbjahr von teilweise über 60 Prozent hatte der VDMA zuletzt seine Produktionsprognose für 2010 auf sechs Prozent verdoppelt. Die stärksten Impulse verzeichnet die mittelständisch geprägte Branche aus südamerikanischen und asiatischen Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien. Der exportorientierte Industriezweig, zu dem auch Schwergewichte wie ThyssenKrupp, GEA oder Gildemeister zählen, bildet mit über 900 000 Mitarbeitern das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

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