Neue Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum
Spanische Wirtschaft im ersten Quartal gewachsen

Spaniens Wirtschaft war auch im ersten Quartal auf Wachstumskurs, zeigen am Montag veröffentlichte Zahlen. In der Euro-Zone insgesamt dürfte sich die Konjunkturdynamik verlangsamt haben, erwarten Volkswirte. Erste Zahlen werden am Dienstag veröffentlicht.

HB DÜSSELDORF. Die spanische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorquartal um 1,0 Prozent gewachsen.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres habe das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 4,0 Prozent betragen, teilte das nationale Statistikamt INE am Montag in Madrid auf Basis vorläufiger Daten mit.

Die Zahlen deckten sich exakt mit den Prognosen von Experten. Das Wachstum in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wurde vor allem dadurch angetrieben, dass Privathaushalte und Firmen mehr Geld ausgaben.

In der Euro-Zone insgesamt hat sich das Wachstum nach einer Bloomberg-Umfrage zufolge im ersten Quartal 2007 verlangsamt. Verantwortlich für das schwächere Wachstum seien steigende Leitzinsen und die höhere Mehrwertsteuer in Deutschland gewesen, argumentierten die Volkswirte.

38 von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten im Median ein Wachstum von 0,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2006, in dem die Wirtschaft in den 13 Euro-Ländern noch 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen war. Die Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone werden am Dienstag um 11.00 Uhr in Luxemburg vorgelegt.

Die Mehrwertsteuer-Erhöhung in Deutschland habe die Wirtschaft des Euroraums nur kurz belastet, weil rückläufige Arbeitslosigkeit und steigendes Verbrauchervertrauen gleichzeitig für eine rasche Erholung gesorgt hätten, erläuterten die Volkswirte.

"Vor allem die deutsche Volkswirtschaft, die von einer Mehrwertsteuer-Erhöhung belastet wurde, hat das Wachstum der Euroregion im ersten Quartal gebremst", sagte Sandra Petcov, Ökonomin bei Lehman Brothers in London voraus. Die Wachstumsdynamik sei nicht so stark wie 2006, bleibe aber stabil, ergänzte sie.

In einer anderen Bloomberg-Umfrage prognostizierten Ökonomen für Deutschland ein BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im ersten Quartal gegenüber 0,9 Prozent im Quartal davor. Die zum 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer hat nach Ansicht der Experten das Wachstum der größten Volkswirtschaft des Euroraums im ersten Quartal empfindlich gebremst.

In Spanien stieg das BIP im ersten Quartal um ein Prozent gegenüber dem vierten Quartal, in dem die fünftgrößte Wirtschaft Europas noch um 1,2 Prozent expandierte. Das teilte das nationale spanische Statistikamt am Montag mit. Auch in Frankreich und Italien dürfte das BIP schwächer gewachsen sein. Die großen EU-Länder Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland erbringen gemeinsam rund drei Viertel der Wirtschaftleistung in der Euro-Zone.

Für das laufende Quartal erwartet die Europäische Kommission allerdings, dass sich das Wachstum im Quartalsvergleich auf rund 0,7 Prozent beschleunigen wird. In der vergangenen Woche hatte die Europäische Kommission Woche auch ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone für das Gesamtjahr 2007 auf 2,6 Prozent angehoben. Damit wäre das Wachstum nur knapp unter dem Sechs-Jahres-Spitzenwert von 2,7 Prozent, den die Euroregion vergangenes Jahr erzielte, und läge erstmals seit 2001 über dem Wachstum in den USA.

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