Neue Markt-Operationen China richtet die Geldpolitik neu aus

Chinas Zentralbank plant weitere Markt-Operationen – und richtet die Geldpolitik damit neu aus. Die geplante Umstellung kommt nicht überraschend. Eine Steuerung über Mindestreserven wirkt nur langsam.
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Chinas Zentralbank greift wieder in die Geldpolitik ein. Quelle: dpa

Chinas Zentralbank greift wieder in die Geldpolitik ein.

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PekingChina richtet seine Geldpolitik neu aus. „Wir werden schrittweise die Rolle von Hebeln wie Zinsen und Währungskursen in der Geldpolitik erhöhen, so dass diese dominiert wird von einer preislichen Steuerung anstatt von einer mengenbezogenen Kontrolle“, hieß es in einem am Montag auf der Internetseite der Zentralbank veröffentlichten 47-seitigen Plan.

Bisher versucht die Zentralbank, die Liquidität im Finanzsystem über die sogenannte Mindestreserve-Anforderungen zu steuern. Damit wird festgelegt, welchen Prozentsatz ihrer Kundeneinlagen die Geschäftsbanken bei den Zentralbank hinterlegen müssen. Bei drohender Konjunkturflaute kann der Satz gesenkt werden, so dass die Banken mehr Geld an Privat- und Geschäftskunden verleihen können, was Konsum und Investitionen stimulieren kann. Umgekehrt wird bei drohender Überhitzung Geld aus dem Kreislauf gezogen. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie nur langsam wirkt.

Schneller greifen sogenannte Geldmarkt-Operationen. Mit deren Hilfe kann die Zentralbank den Geschäftsbanken je nach Anforderung rasch Geld zuführen oder aber entziehen. Westliche Notenbanken tun dies schon lange. Die Europäische Zentralbank (EZB) etwa führte dem Finanzsystem im Kampf gegen die Schuldenkrise um den Jahreswechsel herum eine Billion Euro an zusätzlichem Kapital zu - für drei Jahre zum Niedrigzins von rund einem Prozent zu. Sie kann das Geld wieder absaugen, indem sie das Geschäft nach der Rückzahlung nicht erneuert.

Die chinesische Zentralbank hat 2003 mit solchen Marktoperationen begonnen. In den vergangenen Wochen gab es eine ganze Serie davon. Deshalb kommt die geplante Umstellung für viele Beobachter nicht überraschend.

Wegen der hohen Inflation hatte die Zentralbank ihren Reservesatz bis Juni 2011 auf dem Rekordhoch von 21,5 Prozent gehalten, damit die Preise durch ein reges Kreditgeschäft nicht noch mehr angeheizt werden. Seither wurde er dreimal gesenkt, weil der Volksrepublik in diesem Jahr das langsamste Wachstum seit 1999 droht. Er beträgt nun 20,0 Prozent.

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