Neue Mercer-Studie
Deutschland hinkt bei Gehaltsentwicklung hinterher

Mit real 1,1 Prozent dürften die durchschnittlichen Gehälter in Deutschland im kommenden Jahr nur relativ gering steigen. Das hat eine am Montag in Frankfurt am Main veröffentlichte Studie der internationalen Wirtschaftsberatung Mercer ergeben.

HB FRANKFURT/M. Spitzenreiter beim Gehaltszuwachs nach Abzug der erwarteten Inflationsrate könnte demnach Indien mit einem Plus von 9,8 Prozent sein. Das Beratungsunternehmen verglich die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorausgesagten Inflationsraten mit den erwarteten Gehaltsteigerungen. Weltweit ist demnach im Jahr 2008 ein Zuwachs von 6 Prozent nominal zu erwarten, 1,9 Prozent über der durchschnittlichen Teuerung. Für Deutschland sagen die Experten einen nominalen Gehaltszuwachs von 2,7 Prozent voraus, bei einer Inflationsrate von 1,6 Prozent.

Den besten Schnitt machen nach der Studie im kommenden Jahr die Angestellten in Irland mit einem realen Plus von 2,6 Prozent. Hinter Deutschland rangieren die Niederlande mit 0,9 Prozent und Zypern mit 0,2 Prozent.

Für Osteuropa erwartet der IWF eine hohe Inflationsrate von 6,9 Prozent. Die reale Gehaltsentwicklung reicht der Mercer-Studie zufolge von 6,1 Prozent in Litauen bis minus 1,3 Prozent in Serbien.

Ähnlich wie in Westeuropa dürften die Gehaltszuwächse oberhalb der Inflationsrate in Nordamerika ausfallen. Die Studie sagt für die Vereinigten Staaten ein reales Plus von 1,9 Prozent voraus, für Kanada 1,8 Prozent. Für die aufstrebende Wirtschaftsmacht China erwarten die Experten um 4,3 Prozent höhere Realgehälter.

Mercer liest aus der Entwicklung Folgen für die Verlagerung von Arbeitsplätzen ab. Es zeichne sich immer deutlicher ab, dass sich kurzfristige Einsparungen durch den Einsatz günstiger Arbeitskräfte in Wachstumsländern wie Indien nicht fortsetzen würden.

„Multinationale Unternehmen müssen sowohl das aktuelle Gehaltsgefüge als auch die in Zukunft zu erwartenden Gehaltssteigerungen ins Auge fassen, wenn sie darüber nachdenken, in welchen Ländern sie verstärkt Personal aufbauen wollen“, erklärte Mercer-Vergütungsexperte Dirk Ewert. Dagegen bleibe Osteuropa für europäische und multinationale Unternehmen schon aufgrund seiner Nähe zu Westeuropa weiterhin sehr interessant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%