Neue Rezession weiter möglich: Trichet gibt den Konjunktur-Skeptiker

Neue Rezession weiter möglich
Trichet gibt den Konjunktur-Skeptiker

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, lässt Vorsicht bei der Beurteilung der Wirtschaftsaussichten in Europa walten. Die OECD gab sich derweil einigermaßen optimistisch in Bezug auf die US-Konjunktur.
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HB TALLINN. „Dies ist nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit und wir müssen viel an den Strukturreformen in Europa arbeiten“, sagte Trichet am Montag in einem Fernsehinterview in Estland. Es könne noch kein Sieg über die Rezession oder Haushaltsprobleme erklärt werden. „Wir sagen „Lasst uns vorsichtig sein, bedacht'.“

Die EZB hatte Anfang September ihre Wachstumsprognosen für die 16 Euro-Länder auf rund 1,6 Prozent angehoben. Trichet begründete den Schritt damit, dass im Frühling und zu Sommerbeginn der Aufschwung kräftiger ausgefallen war als erwartet.

Trotz der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit droht indes den USA nach Einschätzung der OECD keine neue Rezession. „Es wird zwar immer deutlicher, dass sich die Wirtschaft in einer Schwächephase befindet“, sagte der OECD-Generalsekretär Angel Gurria in dem am Montag veröffentlichten Konjunkturausblick für die USA. „Aber das hat es bei früheren Aufschwüngen auch gegeben. Wir sehen kein Risiko für einen Rückfall in die Rezession.“ Allerdings werde die Erholung nicht stark genug ausfallen, um die Arbeitslosigkeit spürbar abzubauen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) traut der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem und im nächsten Jahr jeweils ein Wachstum von 2,6 Prozent zu. 2009 war das Bruttoinlandsprodukt um 2,6 Prozent geschrumpft.

Einem stärkeren Aufschwung steht vor allem die hohe Arbeitslosigkeit entgegen. „Der US-Arbeitsmarkt wird noch eine lange Zeit brauchen, bis er sich vollständig erholt hat“, sagt die OECD voraus. Problematisch sei vor allem die steigende Zahl von Langzeitarbeitslosen.

Die Rezession hat mehr als acht Mio. Amerikaner den Job gekostet; mit knapp unter zehn Prozent ist die Arbeitslosenquote für US-Verhältnisse ungewöhnlich hoch. Das dämpft den privaten Konsum, der mit Abstand die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft ist. Gurria begrüßte die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Wirtschaft notfalls mit weiteren Geldspritzen zu stärken.

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