Neue Statistik
China korrigiert Wirtschaftsdaten steil nach oben

China steht mit seinen Wirtschaftsdaten für das Jahr 2004 noch besser da: Die Wirtschaft im Land der Mitte ist nach Auswertung einer Statistikkorrektur ein Sechstel größer als bisher gedacht. Damit verdrängt China Italien von Platz sechs der größten Industrieländer.

HB PEKING. Nach dem ersten wirtschaftlichen Zensus seit fast einem Jahrzehnt korrigierte das Nationale Statistikamt in Peking die Größe des Bruttoinlandsprodukt für 2004 um 16,8 Prozent auf 15,9878 Billionen Yuan (heute 1,65 Billionen Euro) nach oben. Die Aufwärtsrevision war erwartet worden, weil neue Statistikmethoden das Dienstleistungsgewerbe nicht mehr wie bei früheren Erhebungen unzureichend erfassen.

Ökonomen erklären schon seit längerem, dass die bisherigen Wirtschaftsdaten Chinas - die auch schon ein erstaunliches Wachstum von neun Prozent jährlich zeigten - wegen des traditionellen Fokus auf die verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft das Potential des Landes weit unterschätzten. Vor allem die Wirtschaftsleistung von kleineren Betrieben wie Restaurants, Kaufhäusern und Immobilienfirmen war bisher unterrepräsentiert. Basierend auf den neuen Daten beträgt der Anteil des Dienstleistungssektor an der Gesamtwirtschaft 40,7 Prozent, während zuvor ein Wert von 31,9 Prozent genannt worden war.

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„Die überarbeiteten Statistiken zeigen, daß Chinas Wirtschaftsstruktur angemessener und gesünder ist als frühere Zahlen zeigten”, sagte der Direktor des Statistikamtes, Li Deshui. Die Weltbank, die bei der Methodik der Erhebung geholfen hatte, sprach von einer „wesentlichen Verbesserung” des Zahlenwerks, die rechtzeitig vor dem neuen Fünf- Jahr-Plan komme. Der Anteil der Industrie an der Gesamtwirtschaft fiel demnach von 52,9 auf 46,2 Prozent. Landwirtschaft und Fischerei gingen von 15,2 auf 13,1 Prozent zurück.

Experten halten es für möglich, dass China mit seinem enormen Wachstum schon in diesem Jahr zu Frankreich und Großbritannien aufschließen könnte. Eine höhere Wirtschaftsleistung würden dann nur noch die USA, Japan und Deutschland haben.

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