Neue Statistik
Italien rechnet sich aus der Rezession

Italien ist der Rezession entkommen - allerdings nur auf dem Papier. Neue Regeln, nach denen auch Waffenhandel, Prostitution und Schmuggel in die Berechnungen einfließen, lassen die Statistik besser aussehen.
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RomTrotz Wirtschaftsflaute steckt Italien offiziell nicht mehr in der Rezession. Das nationale Statistikamt Istat stellte seine Berechnungen zur Wirtschaftsleistung um und veröffentlichte die neuen Zahlen am Mittwoch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal ging demnach nicht wie bislang berechnet um 0,1 Prozent zurück, sondern stagnierte. Zwar schrumpfte die Wirtschaft der neuen Berechnung zufolge im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Eine Rezession ist aber definiert durch zwei aufeinander folgende Quartale im Minus.

Unverändert bleibt allerdings, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone vorerst nicht aus dem Konjunkturtal herausfindet. Die Industriestaaten-Gruppe OECD geht davon aus, dass Italiens Wirtschaft 2014 um 0,4 Prozent schrumpft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet minus 0,2 Prozent.

Durch eine Neuberechnung der Wirtschaftsleistung sollen Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar sein. Das Statistische Bundesamt hat für Deutschland diesen Schritt bereits vollzogen. Nach der neuen Berechnung fällt das BIP größer aus, denn das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, wird als Investition verbucht. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus. Auch illegale Geschäfte wie Waffenhandel, Prostitution und Schmuggel in die Berechnungen fließen neuerdings ein.

Für Italien bedeutet dies, dass der Schuldenberg des Landes im Verhältnis zum BIP 2013 kleiner geworden ist. Die Defizitquote des Landes stieg im ersten Halbjahr 2014 auf 3,8 Prozent und damit über der in der EU erlaubten Grenze von drei Prozent, wie die Statistiker nun mitteilten. Die Einnahmen sanken stärker als die Ausgaben. Vor Jahresfrist hatte das Verhältnis neuer Schulden zur Wirtschaftskraft bei 3,5 Prozent gelegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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