Neue Stellen im Niedriglohnbereich
Konjunktur wird 2004 aufhellen

Für 2004 sagen führende Wirtschaftsexperten eine Aufhellung der konjunkturellen Lage und eine überwiegende Entspannung auf der Lage am Arbeitsmarkt zurück.

HB HAMBURG. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage, Wolfgang Wiegard, sagte der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe): „Es sieht gut aus. Der Reformstau hat sich aufgelöst, und die Diskussion über eine grundlegende Steuerreform geht weiter.“ Deutschland werde auf einen zwar nur verhaltenen Wachstumspfad zurückkehren, der aber „fast dem Durchschnitt des Euroraums“ entspreche.

Der Präsident des Münchner ifo Instituts, Professor Hans-Werner Sinn, rechnet dem Bericht zufolge mit einer Stabilisierung der Arbeitslosenzahlen: „Der Abbau der Beschäftigung könnte in der zweiten Jahreshälfte zum Stillstand kommen, sofern nicht ein weiter steigender Euro den Exporteuren einen Strich durch die Rechnung macht.“

Nach Meinung des Berliner Wirtschaftsprofessors Michael Burda wird die Arbeitslosenquote im nächsten Jahr auf sieben bis acht Prozent sinken. „Es wird eine Menge passieren“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Als Gründe nannte Burda die Reformgesetze am Arbeitsmarkt und den sich abzeichnenden Aufschwung. Die Arbeitslosenquote lag im November bei 10,0 Prozent. Zudem rechnet er vor allem im Niedriglohn- Bereich mit neuen Stellen. Dort „wird sich eine starke Nachfrage von Unternehmern ergeben, und zugleich werden mehr Leute bereit sein, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen“, sagte Burda.

Dagegen erwartet der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, dass die Arbeitslosigkeit erst 2005 spürbar sinkt, wie er den „Lübecker Nachrichten“ (Mittwoch) sagte. Das Wirtschaftswachstum bleibe zu schwach: Mit mehr als 1,5 Prozent sei im nächsten Jahr nicht zu rechnen, sagte Zimmermann. Eine wesentliche Ursache dafür sieht er in der „zerredeten“ Steuerreform, die zu geringe Entlastungen für die Bürger bringe und zu wenig zusätzliche Kaufkraft schaffe.

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