Niedrige Zinsen erwartet
US-Inflation bleibt gering

Der allmählichen Nachfragebeschleunigung in den USA zum Trotz bleibt die Inflationsrate der weltgrößten Volkswirtschaft weiter niedrig.

HB WASHINGTON. Der etwas geringer als erwartete Anstieg der Verbraucherpreise im August deutet Analysten zufolge darauf hin, dass die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen bis auf weiteres niedrig halten wird.

Zugleich allerdings dürften die Daten die Währungshüter dazu veranlassen, die Gefahr einer konjunkturschädlichen Deflation weiter im Auge zu behalten, sagten Experten am Dienstag. Die Fed kam am Nachmittag (MESZ) zu ihrem Zinstreffen zusammen. Anleger und Volkswirte hatten bereits vor Veröffentlichung der Preisdaten mit einem unveränderten Leitzins von 1,00 % gerechnet. Im Blickpunkt der Märkte stand daher auch der Konjunkturausblick der Notenbank, der wie die Zinsentscheidung gegen 20.15 Uhr erwartet wurde.

Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im August im Vergleich zum Juli um 0,3 % nach einem Plus von 0,2 % im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem etwas stärkeren Anstieg um 0,4 % gerechnet.

Treibender Faktor des Preisanstiegs waren die Energiekosten, die um 2,7 % kletterten. Dies war der stärkste Anstieg seit März. In der Kernrate, also ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten, legten die Preise lediglich um 0,1 % zu. Volkswirte hatten auch hier ein höheres Plus von 0,2 % vorausgesagt. In den vergangenen zwölf Monaten belief sich der Anstieg in der Kernrate auf lediglich 1,3 % und war damit so schwach wie seit mehr als 37 Jahren nicht mehr.

„Die Zahlen legen weiterhin nahe, dass die Inflation unter Kontrolle ist“, sagte Volkswirt Gary Thayer von A.G. Edwards & Co. Daher werde die Fed ihre Geldpolitik unverändert lassen. Sal Guatieri von BMO Financial Group ergänzte, der Trend einer rückläufigen Inflation in den USA halte an. „Ein Ergebnis wird sein, dass die Fed weiterhin besorgt wegen des Risikos einer Deflation ist. Daher wird sie die Zinsen niedrig halten trotz des erwarteten starken Wachstums in den kommenden Quartalen“, sagte Guatieri.

Die Fed hatte wiederholt vor einem unerwünschten Inflationsrückgang gewarnt. Eine stark gebremste Teuerung kann dazu führen, dass die Verbraucher in Erwartung niedrigerer Preise ihre Anschaffungen aufschieben, was den Konsum und damit letztlich auch das Wirtschaftswachstum drosselt. Am Ende einer solchen Entwicklung könnte eine Abwärtsspirale aus nachhaltig sinkenden Preisen, rückläufiger Nachfrage und schrumpfender Wirtschaftsleistung stehen. Nach Einschätzung der meisten Volkswirte hat sich das Deflationsrisiko aber mit den zunehmenden Anzeichen einer allmählichen Konjunkturerholung reduziert.

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