Notenbank Fed
US-Wirtschaft wächst schwächer als erhofft

Die Wachstumsaussichten der größten Volkswirtschaft der Welt sind laut Notenbank Fed trübe. Zwar legte die US-Konjunktur zuletzt stärker zu als gedacht. Alles in allem sieht die Lage aber eher um einiges trüber aus.
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HB WASHINGTON. Licht und Schatten liegen beim US-Wachstum eng nebeneinander. Gerade gaben jüngste Konjunkturdaten für die US-Wirtschaft Anlass zur Hoffnung, da dreht die Notenbank die kalte Dusche auf. Nach einer heftigen Delle im Frühling legte das Wachstumstempo im dritten Quartal wieder zu und übertraf dabei sogar die Erwartungen. Um 2,5 Prozent wuchs das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit - und korrigierte sich damit in seiner zweiten Schätzung deutlich um einen halben Prozentpunkt nach oben.

Stunden später dann die trübe Mitteilung der Federal Reserve, die ihre Prognosen durch die Bank zurückstutzte: Für dieses Jahr erwartet die Zentralbank nun nur noch ein Wachstum zwischen 2,4 und 2,5 Prozent und nicht mehr wie noch im Juni zwischen 3,0 und 3,5 Prozent. Auch die Aussichten für den Jobmarkt fallen deutlich trister aus: Selbst im nächsten Jahr rechnet die Federal Reserve noch mit einer Arbeitslosenquote von immer noch um die neun Prozent.

Vor allem dürften nach Ansicht der Fed anhaltende Vorsicht von Verbrauchern und Firmen, ein weiter schwacher Immobilienmarkt und nach wie vor schwierige Bedingungen auf dem Kreditmarkt die Konjunktur dämpfen. Bis zu einer Normalisierung von Wachstumsraten, Arbeitslosigkeit und Inflation werden nach Ansicht der meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank (FOMC) fünf bis sechs Jahre vergehen, heißt es in dem Protokoll weiter. Die anderen Mitglieder des Gremiums fürchten derweil, dass es sogar noch länger dauert, bis an der Job- und Preisfront alles beim alten ist.

All das war Anlass für die Fed, Anfang November die Geldschleusen zu öffnen, um die schwachbrüstige Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. Für 600 Mrd. Dollar will die Notenbank Staatsanleihen kaufen, um Zinsen zu drücken - ein Schritt, der wegen der damit verbundenen Schwächung des Dollars weltweit kritisiert worden war.

Für das nächste Jahr nahm die Notenbank ihre Wachstumsprognose um etwa einen halben Prozentpunkt auf zwischen 3,0 und 3,6 Prozent zurück. Erst 2012 sei wieder mit einem vergleichsweise robusten Plus von zwischen 3,5 und 4,5 Prozent zu rechnen. Aber selbst dann sieht die Notenbank die US-Arbeitslosenquote noch bei um die acht Prozent.

Entsprechend seien der besseren Zahlen im dritten Quartal kein Grund zu Jubeln, meinen Experten. „Sie sind positiv, aber nicht stark genug“, sagte Scott Brown, Chefökonom beim Finanzberater Raymond James & Associates in Florida in einer Analyse dem Wirtschaftsdienst Bloomberg. Andere Volkswirte vergleichen die US-Wirtschaft mit einem schwer kranken Patienten, der zwar von der Intensivstation entlassen wurde, aber deshalb längst noch nicht gesund ist.

Trösten können sich die Amerikaner aber vielleicht damit, dass es auch Zeichen für eine Trendwende gibt. Das Konjunkturbarometer des privaten New Yorker Instituts Conference Board, ein Index aus zehn wichtigen Wirtschaftsindikatoren, stieg bereits vier Monate in Folge.

Und auch die neue Konjunkturschätzung birgt positive Nachrichten: So legten vor allem die Konsumausgaben zu, die immerhin 70 Prozent der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. Und auch die Löhne seien deutlicher gestiegen als angenommen. Selbst beim größten Sorgenkind, dem Export, sei es zuletzt bergauf gegangen.

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  • Derzeit kann kaum einer richtig kakulieren . Was heut in Dollar produziert wurde kann morgen in Euro zu teuer sein . So schnell geht das . Jede bananenwährung ist besser als Euro oder Dollar . Fragen Sie ein Experten . in Korea fiel ne bombe . in Afrika ne Schaufel , Europa zerbricht . Gründe gibt es zuviel . Leben wir nur noch in Angst vor der Zukunft . im Winter ist es kalt , im Sommer warm , deswegen geht die Welt nicht unter .

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