Notenbank zieht Konsequenzen aus externer Beurteilung ihrer wissenschaftlichen Aktivitäten
EZB stärkt Forschung zur Finanzpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) baut ihre Forschungsaktivitäten im Bereich Fiskalpolitik deutlich aus. Sie entspricht damit der Anregung externer Wissenschaftler, die die wissenschaftliche Forschungsarbeit des Notenbankstabs im Auftrag des EZB-Direktoriums begutachtet haben.

FRANKFURT/M. „Wir sind bereits dabei, unsere Forschungsaktivitäten im Bereich Fiskalpolitik deutlich auszuweiten. Es sind viele Forschungspapiere in der Pipeline, die bald vollendet sein werden,“ sagte Vitor Gaspar, der die Generaldirektion Forschung der EZB leitet, dem Handelsblatt.

„Aussagen der EZB zu verschiedenen Politikbereichen müssen durch fundierte Forschung gestützt werden“, begründen die Gutachter die Empfehlung, das Forschungsspektrum zu verbreitern. Dabei äußern sie Verständnis dafür, dass die EZB ihre Forschungsarbeit in den ersten Jahren ihres Bestehens auf geldpolitische Fragen konzentrierte.

Der EZB-Rat, der über die Geldpolitik für den Euro-Raum entscheidet, äußert sich in seinen Statements regelmäßig auch zur Finanzpolitik. Solide Staatshaushalte werden von der EZB ebenso wie von vielen Experten als wichtige Bedingung dafür gesehen, dass die Notenbank Geldwertstabilität bei niedrigen Zinsen sicherstellen kann.

Die Anregung der Gutachter wird auch in der EZB-Generaldirektion Volkswirtschaft bereitwillig aufgenommen. „Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass die Abteilung „Fiskalpolitik“ in der Generaldirektion Volkswirtschaft größeres Gewicht auf analytische Aktivitäten legen kann" sagt der zuständige Generaldirektor Gert Jan Hogeweg.

Das Gutachten von Reiner König, dem ehemaligen Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Bundesbank, Marvin Goodfriend von der US-Notenbank und des Madrider Volkswirtschaftsprofessors Rafael Repullo hatte die EZB im April veröffentlicht. Darin wird die wissenschaftliche Forschung der EZB positiv bewertet. Sie übe großen Einfluss auf die akademische Diskussion im Euro-Raum aus.

Die Generaldirektion Forschung fällt in den Verantwortungsbereich von EZB-Direktoriumsmitglied und Chefvolkswirt Otmar Issing. Die Gutachter setzten sich mit der alternativen Möglichkeit auseinander, die Forschung als Service-Einheit dem EZB-Direktorium insgesamt zuzuordnen. Sie befürworteten letztlich die bestehende Organisationsform, regten aber an, die konzeptionelle Beteiligung aller Geschäftsbereiche und des gesamten Direktoriums zu stärken. Diese Anregung will die EZB aufgreifen.

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