Notenbank zieht vermutlich die Zinsschraube weiter an
US-Wirtschaft zeigt sich unverwüstlich

Die US-Wirtschaft hat den starken Anstieg der Energiepreise bislang gut überstanden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nach einer ersten Schätzung des Handelsministeriums im dritten Quartal gegenüber dem zweiten mit einer auf ein Jahr hochgerechneten Rate von 3,8 Prozent.

NEW YORK. Im zweiten Quartal waren es 3,3 Prozent. Damit hat sich das Wirtschaftswachstum nicht nur beschleunigt, es ist auch stärker gestiegen, als die Mehrheit der Ökonomen an der Wall Street nach den verheerenden Hurrikanen erwartet hatte. Der Zuwachs gegenüber dem Vorquartal ohne Annualisierung betrug 0,9 Prozent nach 0,8 Prozent zwischen April und Juni.

Das robuste Wachstum dürfte die US-Notenbank Fed in ihrem Kurs bestätigen, am morgigen Dienstag die Leitzinsen um weitere 0,25 Prozentpunkte auf dann vier Prozent anzuheben. Es wäre die zwölfte Zinserhöhung in Folge. Die Gouverneure der Fed haben in den vergangenen Wochen mehrfach vor aufkommenden Inflationsgefahren gewarnt. Die Verbraucherpreise waren zuletzt um 4,7 Prozent nach oben geschnellt.

In der von der Fed besonders beachteten Kerninflation ohne die stark schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie hat sich der Anstieg des Preisniveaus jedoch verlangsamt. So stieg der Wert für den privaten Verbrauch im dritten Quartal nur noch mit einer Jahresrate von 1,3 Prozent. Bislang ist es nach Expertenmeinung noch nicht abzusehen, wie stark die hohen Energiepreise in einem Zweitrundeneffekt auf die Kerninflation durchschlagen. Die Löhne kletterten im Jahresvergleich nur um 2,3 Prozent. Das ist der niedrigste Anstieg seit 1981.

Wachstumsmotoren zwischen Juli und September waren unter anderem die hohen Verkaufszahlen der Automobilindustrie. Die Ausgaben der Amerikaner für Neu- und Gebrauchtwagen trugen mehr als einen halben Prozentpunkt zum Wachstumsschub im dritten Quartal bei. Insgesamt erhöhte sich der private Konsum um annualisiert solide 3,9 Prozent und blieb damit die Stütze der US-Konjunktur. Die Investitionen der Unternehmen kletterten zwar um mehr als sechs Prozent, das war aber weniger als im Vorquartal. Seit zweieinhalb Jahren wächst die US-Wirtschaft nunmehr mit einer annualisierten Rate von mehr als drei Prozent und liegt damit an der Spitze der führenden sieben Industrienationen der Welt.

Inwieweit die Hurrikane Bremsspuren in der amerikanischen Wirtschaft hinterlassen haben, lässt sich aus dem Bericht des Handelsministeriums noch nicht ablesen. Die Behörde spricht lediglich davon, dass die privaten Einkommen um 40 Mrd. Dollar gemindert wurden. Die Investmentbank Lehman Brother schätzt den Wachstumsausfall durch die Wirbelstürme auf rund 0,7 Prozentpunkte. Vor dem Hurrikane-Schock war die Wall Street noch mit einem Wachstumsplus von deutlich mehr als vier Prozent im dritten Quartal ausgegangen.

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