Notenbanken
Gemeinsam gegen die Krise

Die Zentralbanken der Welt ziehen im Kampf gegen die Finanz- und Schuldenkrise an einem Strang. Davon ist EZB-Präsident Jean-Claude Trichet überzeugt. Ganz einig sind sich die Notenbanken allerdings nicht.
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Breslau„Wir sind uns einig im Ziel“, sagte Trichet am Donnerstagabend in Breslau. Er äußerte sich auf den Tag genau drei Jahre nach dem bisherigen Höhepunkt der Krise, der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008.

Am Nachmittag hatten die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA und die Notenbanken von Japan, der Schweiz und Großbritanniens gemeinsam angekündigt, im vierten Quartal in großem Umfang Dollar-Liquidität für Europas Banken bereitzustellen, um Probleme am Dollar-Geldmarkt zu verhindern. Der Coup hatte an den Finanzmärkten für ein wahres Feuerwerk gesorgt und europaweit für steigende Kurse bei Bankaktien.

Trichet rief die Regierungen auf, ebenfalls gemeinsam alles dafür zu tun, um die Krise beizulegen. „Wir rufen alle Autoritäten auf, alle Entscheidungen, die getroffen wurden schnell umzusetzen“, sagte er mit Blick unter anderem auf die im Juli beschlossene Erweiterung de Euro-Rettungsschirms EFSF. Es sei wichtig, das Vertrauen wiederherzustellen und für Stabilität zu sorgen - im Interesse der Handelnden in der Wirtschaft und der Menschen. „In solch schwierigen Zeiten hängt alles vom Vertrauen unserer Bürgerinnen und Bürger ab“, sagte der scheidende EZB-Chef.

Ganz einig sind sich die Notenbanken jedoch nicht. In der kommenden Woche will etwa die Federal Reserve über ihren weiteren Kurs entscheiden. Fachleute halten es für möglich, dass die Fed eine dritte Runde von Anleihekäufen beschließen könnte im Kampf gegen eine drohende Rezession in den Vereinigten Staaten. Was der EZB-Rat Anfang Oktober bei der letzten Sitzung unter der Leitung Trichets dann tun wird, ist offen. Trichet hatte Anfang September eine Zinspause signalisiert. Allerdings wird von vielen Ökonomen gegen Jahresende mit einer deutlich schwächeren Konjunktur gerechnet. Weitere Börsenturbulenzen, Probleme bei Banken und letztlich die Fed könnten die EZB aber eventuell zu einer Zinssenkung noch in diesem Jahr zwingen, erwarten manche Ökonomen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Notenbanken: Gemeinsam gegen die Krise"

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  • Banker müssen bald Weihnachtsgeschenke kaufen. Da wollen die Bonikassen gut gefüllt sein.

  • cds garantieren das die schleuse aufbleibt und wir können den zins eigentlich abschaffen. wir fahren nach zimbabwe.

  • 363 Bankpleiten seit 2008 sprechen eine eindeutige Sprache, sieh hier: http://www.wirtschaftsfacts.de/?page_id=4

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