Notenbanken sollen Geldschleusen wieder schließen
OECD: Wachstum weltweit vorübergehend schwächer

Nach Erwartung der OECD wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft wegen der Bremswirkung der hohen Ölpreise im kommenden Jahr abschwächen, 2006 aber wieder etwas an Schwung gewinnen. Der Rückschlag für die Konjunkturerholung in den vergangenen Monaten sei enttäuschend und vor allem mit dem Ölpreisanstieg zu erklären, der die Realeinkommen schmälere und die Stimmung in der Wirtschaft belaste, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten halbjährlichen Wirtschaftsausblick der OECD.

HB PARIS. „Dennoch besteht guter Grund zu der Annahme, dass die Weltwirtschaft trotz der jüngsten Ölpreisturbulenzen in nicht allzu ferner Zukunft wieder an Dynamik gewinnen wird“, schreibt OECD-Chefvolkswirt Jean-Philippe Cotis. Der Ölpreis sei für diese Prognose allerdings der größte Unsicherheitsfaktor. Die Dollar-Schwäche sei zudem ein Risiko vor allem für Europa. Während die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins von derzeit 2,00 % nach Ansicht der OECD weiter nach oben schleusen muss, kann sich die Europäische Zentralbank (EZB) dank guter Aussichten für stabile Preise mit einer Zinserhöhung bis 2006 Zeit lassen.

Die OECD senkte ihre Wachstumserwartungen für das kommende Jahr deutlich. „Die weltweite Expansion hat sich verlangsamt, seit die Effekte des drastischen Ölpreisanstiegs zum Tragen kommen“, heißt es im Bericht. Für alle 31 OECD-Länder sagt die Organisation jetzt nur noch 2,9 % Wachstum voraus nach 3,3 % bei der Mai-Prognose. Mit 3,1 % erwartet die Organisation aber eine leichte Besserung 2006.

Die USA sollen nach geschätzten 4,4 % in diesem Jahr mit 3,3 % im kommenden Jahr den stärksten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der drei größten Wirtschaftsräume aufweisen. Die historisch niedrigen Zinsen und wieder sprudelnde Unternehmensgewinne dürften zu mehr Investitionen und Beschäftigung führen, was wiederum den Konsum stützen sollte.

Der Euro-Raum soll mit 1,8 % in diesem und 1,9 % im kommenden Jahr noch etwas hinter seinem maximal möglichen inflationsfreien Wachstum zurückbleiben. Die OECD setzt aber darauf, dass die mit der Weltwirtschaft nachlassende Dynamik der Exporte durch eine Erholung der Binnenwirtschaft ausgeglichen wird und prognostiziert für 2006 kräftigeres Wachstum von 2,5 %. Die OECD rechnet vor allem mit höheren Investitionen. Auch der Konsum werde sich erholen, obwohl mehr Beschäftigung erst 2006 zu erwarten sei. Die Eigendynamik könne sich aber nur bei einem möglichst stabilen Wechselkurs und Ölpreis entfalten. Eine starke Aufwertung des Euro und ein erneuter Ölpreisanstieg könnten Kontinentaleuropa wegen seiner großen Abhängigkeit von Exporten übermäßig belasten.

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