Nouriel Roubini
Euro-Schuldenkrise bedroht auch die USA

Der New Yorker Ökonomie-Professor Nouriel Roubini sieht auch Spanien auf der Kippe zur Zahlungsunfähigkeit. Dann hätten nach seiner Einschätzung auch die USA ein Problem.

London"Die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien in den kommenden zwölf Monaten den Zugang zu den Finanzmärkten verliert, liegt bei 50 Prozent", sagte er am Freitag Mittag in London in einem Vortrag vor der London Business School. Im schlimmsten Fall könne die Schuldenkrise von Europa auch auf die Vereinigten Staaten übergreifen. "Es kann an den Anleihemärkten durchaus zu einem Aufstand gegen die USA kommen." Die Wahrscheinlichkeit sei war gering, aber sie nehme zu. "Wir dürfen dieses Risiko nicht unterschätzen."

Roubini ist einer der wenigen Ökonomen, die schon 2006 vor einer Finanzkrise gewarnt hat. Wegen seiner oft pessimistischen Prognosen trägt er auch den Spitzenamen "Dr. Doom" ("Dr. Untergang"). Dass nach Griechenland und Irland auch Portugal unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss, hält der Professor der New York University quasi für ausgemacht. In der vergangenen Woche sind die Risikoaufschläge, die Anleger für portugiesische Staatsanleihen verlangen, drastisch gestiegen.

Falls nach Portugal auch Spanien gerettet werden müsse, stehe die EU vor einem massiven Problem. Der bisherige EU-Rettungsschirm reiche dann nicht mehr aus, warnte der Ökonom. "Spanien ist nicht nur zu groß, als dass man es pleite gehen lassen könnte - es ist auch zu groß, um gerettet zu werden." Er schloss nicht aus, dass die Schuldenkrise auch auf Italien und Belgien übergreifen könne.

Auch Willem Buiter, Chefvolkswirt der amerikanischen Großbank Citi, warnte davor, dass die europäische Politik die Schuldenkrise weiterhin unterschätze. "Der Pakt für Wettbewerbsfähigkeit, den Frankreich und Deutschland ausgearbeitet haben, ist für die derzeitigen Probleme komplett irrelevant", betonte Buiter am Donnerstagabend auf einer Diskussionsveranstaltung in der London Business School .

Der EU-Rettungsschirm müsse ausgeweitet werden und die Möglichkeit erhalten, direkt auf den Finanzmärkten Staatsanleihen der Krisenstaaten aufzukaufen, forderte Buiter. Zudem müssten die Zinsen, die Griechenland und Irland für die Notkredite zu zahlen haben, gesenkt werden. "Die derzeitigen Konditionen sind eine Einladung dazu, die Kredite platzen zu lassen", so Buiter. Es mehrte sich die Indizien, dass Griechenland die Auflagen, die EU und IWF dem Land bei der Rettung auferlegt haben, nicht einhalten kann.

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