November
Arbeitslosenzahlen dürften nur leicht gestiegen sein

Angesichts der anhaltend guten Konjunktur erwarten Konjunkturexperten, dass die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Novemver allenfalls leicht gestiegen sind. Einige Fachleute sagen sogar einen leichten Rückgang voraus.

HB NÜRNBERG. Von der Nachrichtenagentur AP befragte Volkswirte progostizierten einen mäßigen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 10 000. Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle/Saale (IWH) hält sogar einen erneuten Rückgang um bis zu 100 000 für möglich. „Wir haben ein starkes drittes Quartal gehabt, das trägt jetzt auch am Arbeitsmarkt Früchte“, erklärte IWH-Ökonom Udo Ludwig. Hinzu komme das milde Wetter, von dem vor allem die Baubranche profitieren dürfte.

Volkswirt Andreas Rees von der HypoVereinsbank in München und Matthias Rubisch von der Commerzbank in Frankfurt am Main gehen indes von einem nicht bereinigten Anstieg der Arbeitslosenzahl um maximal 10 000 aus. Beide Volkswirte nannten die derzeit gute Konjunktur als Hauptgrund für die moderate Zunahme.

„Es ist erfreulich, dass die Unternehmen in Deutschland wieder mehr investieren. Und das schlägt sich positiv auf dem Arbeitsmarkt nieder“, erklärte Rees. Insgesamt seien die Arbeitsmarktzahlen in diesem Jahr besser ausgefallen als gedacht. Dies dürfte auch im November der Fall sein. Seiner Einschätzung nach sollte der Aufschwung am Arbeitsmarkt auch im ersten Halbjahr 2007 weitergehen trotz Mehrwertsteuererhöhung. Diese werde lediglich das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal schmälern. „Aber ich glaube nicht, dass wir deshalb in eine Rezession fallen“, erklärte Rees.

Gefahr droht seiner Einschätzung nach vielmehr von der US-Konjunktur. Sollte sich diese im kommenden Jahr verschlechtern, könnte auch der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt ins Stocken geraten, warnt er. Andernfalls sei jedoch mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung zu rechnen. Nachdem die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs bis zum Ende des laufenden Jahres um etwa 400 000 zugenommen haben dürfte, sollten 2007 weitere 300 000 dazukommen. „Das ist für den deutschen Arbeitsmarkt eine beachtliche Zahl“ fasste Rees zusammen. Auch Volkswirt Rubisch ist mit Blick auf 2007 zuversichtlich. „Wir rechnen zwar nicht mehr mit einem so starken Rückgang, aber die Arbeitslosenzahlen sollten insgesamt stabil bleiben“, sagt er.

Im Oktober war die Zahl der Menschen ohne Job um 153 000 auf 4,085 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote hatte sich auf 9,8 Prozent verringert und lag damit erstmals seit vier Jahren wieder unter 10 Prozent. Die November-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt.

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