November-Zahlen
Lebenshaltungskosten dürften gesunken sein

Billigeres Öl und Benzin sowie günstigere Pauschalreisen haben voraussichtlich im November die Lebenshaltungskosten in Deutschland deutlich sinken lassen: In fünf Bundesländern gingen die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,5 Prozent zurück.

HB BERLIN. Wie die jeweiligen statistischen Landesämter am Donnerstag erklärten, lagen die Jahresteuerungsraten in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg zwischen 2,0 und 2,6 Prozent. Damit deutet sich nach Ansicht von Volkswirten auch bundesweit ein ähnlicher Trend an. „Für Gesamtdeutschland zeichnen sich ein Minus bei der Monatsrate von 0,5 Prozent und eine Jahresrate von 2,3 Prozent ab“, sagte Philipp Nimmermann von der BHF-Bank.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten vor den ersten Länderpreisen für Gesamtdeutschland nur mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zum Vormonat und damit einem Anstieg der Inflationsrate auf 2,4 von 2,3 Prozent gerechnet. „Der Rückgang ist ein bisschen deutlicher ausgeprägt, vor allem wegen des Rückgangs bei den Energiepreisen wie beim Heizöl und den Kraftstoffen“, sagte Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

„Diese Entwicklung dürfte die Inflationssorgen etwas deckeln und damit auch die Sorge vor einer zu restriktiven Geldpolitik der EZB“, kommentierte Postbank-Experte Brian Mandt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte angekündigt, die Europäische Zentralbank (EZB) werde den Leitzins von seinem bisher historisch niedrigen Niveau von zwei Prozent leicht erhöhen. Dies müsse aber nicht unbedingt weitere Zinsschritte zur Folge haben, bekräftigte Trichet in mehreren Interviews.

Das Tanken verbilligte sich in den fünf Bundesländern um bis zu rund sieben Prozent. Heizöl kostete zum Teil mehr als zehn Prozent weniger. Wie im November üblich gingen auch die Kosten für Pauschalreisen deutlich zurück: Dafür mussten die Menschen meist rund acht Prozent weniger bezahlen als im Vormonat.

Die Energiepreise waren jedoch im Vergleich zum Vorjahr erneut Preistreiber. Haushaltsenergie verteuerte sich in den Bundesländern um bis zu 15 Prozent. Heizöl kostete sogar bis zu rund einem Drittel mehr als im November 2004. In Sachsen etwa hätte die Jahresteuerung ohne Energie nur bei 1,7 statt bei 2,6 Prozent gelegen.

Für die künftige Preisentwicklung entscheidend ist nach Ansicht von Mandt, in welchem Ausmaß sich die teureren Ölpreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen. „Ich denke aber nicht, dass der von der Energie verursachte Kostenanstieg, den wir gerade auf der Ebene der Vorprodukte - etwa bei Import- und Erzeugerpreisen - sehen, sich deutlich auf die Verbraucherpreise auswirkt.“ Die Verteuerung der deutschen Importe hatte sich im Oktober etwas verlangsamt. Die Firmen mussten 4,3 Prozent mehr für eingeführte Waren bezahlen als im Oktober 2004. Im September waren die Preise noch um gut fünf Prozent gestiegen.

Guntermann sagte, die teurere Energie könne mit Ausnahme der direkten Kosten für Heizöl und Kraftstoffe kaum auf die Verbraucher überwälzt werden. Dies belaste vor allem die „Gewinnmarge aller Beteiligten in der Handelskette“. Deshalb dürfte sich die Jahresinflation von 2,3 Prozent in den kommenden Monaten kaum verändern, betonte Guntermann.

Das Statistische Bundesamt basiert seine erste Berechnung der Inflation für Gesamtdeutschland auf den Daten aus sechs Bundesländern und wird diese voraussichtlich am Freitag veröffentlichten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%