Nullzinspolitik
Bank von Japan hält an lockerer Geldpolitik fest

Nach Worten des Präsidenten der Bank of Japan will die Notenbank so lange an ihrer lockeren Geldpolitik, bis ein Ende der seit fünf Jahren dauernden Deflation sicher ist.

HB TOKIO. „Um zu bekräftigen, was ich immer wieder sage: Es ist viel zu früh, darüber zu reden“, sagte Fukui am Freitag in Tokio zu Spekulationen, wonach die Notenbank ihre Nullzinspolitik bald straffen wird. „Wir werden in unserer Haltung, eine lockere Geldpolitik fortzuführen, nicht wanken, bis sich die Bedingungen geändert haben. Die japanische Notenbank ließ zuvor wie erwartet ihre Politik unverändert. Die Leitzinsen liegen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft bereits seit Jahren bei rund null Prozent. Die Bank von Japan steuert die Liquiditätsversorgung des Marktes daher vor allem über die Bankeinlagen und hofft so, die Konjunktur des Landes weiter anzukurbeln.

Das Ziel für die Höhe der Bankreserven bei der Zentralbank liegt derzeit bei 30 bis 35 Billionen Yen. In diese Reserven fließen beispielsweise nicht unmittelbar verwendete Einnahmen der Finanzinstitute aus dem regelmäßigen Verkauf von Staatsanleihen an die Notenbank. Die Differenz zwischen dieser Einlagenhöhe und der gesetzlich festgelegten Mindestreserve der Banken bei der Zentralbank von rund fünf Billionen Yen stellt somit fast ausschließlich überschüssige Liquidität des Bankensystems dar, die von der Bank von Japan nicht verzinst wird. Die Notenbank hofft, dass die Institute wegen der Null-Prozent-Verzinsung dieses Geld als Kredite an Unternehmen weitergeben, womit die Investitionen angekurbelt werden könnten. Doch auf den Banken lastet bereits ein hoher Berg fauler Kredite, und viele Unternehmen schrecken angesichts der jahrelangen Deflation vor einer weiteren Verschuldung zurück.

Die Regierung legte am Freitag neue Preisdaten vor, die einmal mehr die Deflationsprobleme in Japan unterstrichen. Demnach sanken die landesweiten Verbraucherpreise im Mai zum Vorjahr um 0,3 % und damit etwas stärker als erwartet. Analysten rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit einem Anstieg der Preise und daher auch mit einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik.

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