OECD
Die Erholung legt 2011 eine Pause ein

Die OECD schraubt ihre Prognose für das weltweite Wachstum herunter, erwartet aber neuen Schub für 2012. Das ist die Kernaussage des jüngsten Wirtschaftsausblicks der Organisation. Deutschland kann mit einem lang anhaltenden Aufschwung rechnen, sollte aber Strukturreformen anpacken.
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PARIS/FRANKFURT. Die globale Erholung wird sich im nächsten Jahr abschwächen, doch 2012 startet die Weltwirtschaft dann wieder durch. Das ist die Kernaussage des jüngsten Wirtschaftsausblicks, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zweimal im Jahr vorlegt. "Wir beobachten, dass sich die Erholung mit einem langsameren Rhythmus fortsetzt", erklärte OECD-Chefvolkswirt Pier-Carlo Padoan.

Daher hat die in Paris ansässige Industrieländerorganisation ihre Prognosen für das nächste Jahr gesenkt. Für die 33 OECD-Mitgliedstaaten rechnen die Ökonomen nun noch mit einem Wachstum von 2,3 Prozent; im Mai waren sie noch von 2,8 Prozent ausgegangen. Für Deutschland erhöhten sie dagegen ihre Erwartung für das kommende Jahr von 2,1 auf 2,5 Prozent.

Konjunkturprogramme laufen aus

Weil die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt weiter bestünden und die Konjunkturprogramme ausliefen, werde das Wachstum 2011 schwächer ausfallen. Dennoch empfiehlt die OECD, spätestens nächstes Jahr die Konsolidierung der Staatsfinanzen in Angriff zu nehmen. Dadurch werde auch der private Konsum angekurbelt, sagt OECD-Ökonom Eckard Wurzel: "Es ist empirisch bewiesen, dass die Haushalte weniger sparen, wenn der Staat mit der Konsolidierung der Finanzen ernst macht."

Für Deutschland erwartet die OECD, dass der Aufschwung noch lange anhalten wird. Nachdem bereits absehbar ist, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 3,5 bis vier Prozent zulegen wird, prognostiziert die Pariser Organisation für 2011 immerhin noch ein Plus von 2,5 Prozent und im Folgejahr von 2,2 Prozent. Auch die Bundesbank ist optimistisch: "Die Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft scheint gegenwärtig recht gefestigt und dürfte auch vom allmählichen Auslaufen der fiskalpolitischen Stimuli nicht wesentlich beeinträchtigt werden", schreibt sie in ihrem Monatsbericht.

OECD-Ökonom Wurzel betont allerdings, dass die in Deutschland derzeit sprudelnden Steuereinnahmen allein der guten Konjunktur geschuldet seien. Wolle die Bundesregierung die Defizitziele der Schuldenbremse erreichen, dürfe sie nicht der Versuchung erliegen, das Geld für Steuersenkungen zu verwenden.

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