OECD
Hohe Rohstoffpreise schwächen Weltwirtschaft

Die hohen Rohstoffpreise und die Turbulenzen an den Finanzmärkten drücken nach Einschätzung der OECD weiter auf das Wachstum der Weltwirtschaft. Die US-Konjunktur wird im laufenden Jahr auch angesichts der sich abkühlenden Wohnimmobilienmärkte weitgehend stagnieren. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland korrigierte die OECD deutlich nach unten.

HB PARIS. Das prognostizierte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in ihrem Wirtschaftsausblick. Der Wirtschaft in der Eurozone machten ein knapperes Kreditangebot, niedrigere Einkommen und nachlassende Exporte zu schaffen.

Im Euroraum wird die Wirtschaft im laufenden Jahr um 1,7 Prozent expandieren, im kommenden Jahr um 1,4 Prozent. Auch für Deutschland trübte die OECD ihre Prognose ein. So sinkt das Wachstum in der Bundesrepublik von 2,6 auf 1,9 Prozent im laufenden Jahr. 2009 soll die Wirtschaft nach einer Konsolidierungsphase um 1,1 Prozent expandieren.

„Das Wachstum ist nach wie vor robust“, sagte Andreas Wörgötter, Leiter der OECD-Deutschland-Abteilung, bei der Vorstellung des Ausblicks. Die Korrektur der Prognose für das kommende Jahr ergebe sich insbesondere durch das überraschend starke Wachstum im ersten Quartal 2008.

Mit der Senkung von Unternehmensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen werde die Konjunktur durch die Finanzpolitik unterstütz. „Für weitere Maßnahmen sehen wir im Moment keinen Spielraum“, sagte Wörgötter. Nach dem ausgeglichenen Haushalt von 2007 prognostiziert die OECD für dieses Jahr ein Staatsdefizit von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die US-Wirtschaft bremst im laufenden Jahr von 2,2 auf 1,2 Prozent weiter deutlich ab. Im zweiten Quartal schrumpft die Wirtschaft sogar um 0,5 Prozent. Da das dritte Quartal der Prognose zufolge allerdings wieder ein Plus von 0,7 Prozent verzeichnet, kann nach gängiger Meinung noch nicht von einer Rezession gesprochen werden.

Trotz der hohen Energie- und Nahrungsmittelpreise appellierte die OECD an die Regierungen, nicht zu intervenieren. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage dürfe nicht gestört werden, damit auf den Märkten ein besseres Gleichgewicht entstehen könne.

Ebenso müssten die Staaten dem Druck widerstehen, mit steuerlichen Anreizen die Konjunktur anzukurbeln. Besonders für den Euroraum warnten die Experten angesichts des Inflationsdrucks vor derartigen Schritten.

Vor allem die hohen Rohstoffpreise hätten zu einer anhaltenden Beschleunigung der Teuerung geführt. Einer der Hauptgründe für den Preisanstieg sei das robuste Wachstum in den Schwellenländern. Dort lasse der Aufwärts-Trend zwar etwas nach, bleibe aber besonders in China kräftig.

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