OECD-Prognose
Nur 0,1 Prozent Wachstum in Frankreich

Es dürfte ein schwieriges Jahr für Frankreich werden: Die Wirtschaft wächst kaum und die Arbeitslosigkeit steigt. Das hat die OECD errechnet. Die Organisation hat aber auch gute Nachrichten im Gepäck.
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ParisDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet in Frankreich in diesem Jahr ein schwächeres Wirtschaftswachstum als bisher prognostiziert. Das Wirtschaftswachstum werde 2013 nur bei 0,1 Prozent statt der vorher erwarteten 0,3 Prozent liegen, hieß es in einem am Dienstag in Paris veröffentlichten Bericht zur französischen Wirtschaft. Damit stimmt die OECD mit der jüngsten Prognose der EU-Kommission zum Wirtschaftswachstum in Frankreich überein.

Aufgrund der Fast-Stagnation rechnet die OECD in den nächsten Monaten auch mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Frankreich. Ende 2013 werde sie sich bei etwa 11,25 Prozent „stabilisieren“, hieß es in dem Bericht weiter. Im Durchschnitt rechnet die Organisation für dieses Jahr mit einer Arbeitslosenquote von elf Prozent und im nächsten Jahr von 11,2 Prozent. Im Jahr 2014 soll das Wachstum mit 1,3 Prozent etwas stärker ausfallen.


Beim Defizit geht die OECD von einer besseren Entwicklung als die EU-Kommission aus: Zwar erwartet auch die OECD für dieses Jahr ein deutliches Überschreiten des Drei-Prozent-Zieles mit einem Defizit von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Für nächstes Jahr erwartet die Organisation aber einen Rückgang auf drei Prozent. Die OECD forderte zwar trotz des höheren Defizits keine zusätzlichen Sparanstrengungen von der sozialistischen Regierung in Paris. Allerdings sollten Reformanstrengungen wie zuletzt zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes fortgesetzt werden, empfahl die OECD.

Die EU-Kommission hatte Frankreich ein höheres Defizit von 3,7 Prozent in diesem und 3,9 Prozent nächstes Jahr vorausgesagt. Auch Frankreichs Präsident François Hollande machte bereits deutlich, dass er in diesem Jahr mit einem Defizit von voraussichtlich 3,7 Prozent rechnet. Ursprünglich hatte die sozialistische Regierung schon dieses Jahr das Drei-Prozent-Ziel einhalten wollen, hatte dies aber aufgrund der Wachstumsschwäche aufgeben müssen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Der Euro wurde den Deutchen von den Franzosen aufgedrängt, um Deutschland zu schwächen, das mit der DM die zweitwichtigste Weltwährung besaß.
    Ich freue mich mittlerweile klammheimlich, dass Frankreich in die Grube gefallen ist, die es Deutschland gegraben wurde.
    Mein Mitgefühl mit den arbeitslosen Franzosen hält sich in engen Grenzen.

  • Wer sagt denn, dass sie ihn zu Fall bringen wollen? Wo haben Sie denn das her?
    Frankreich will Unterstützung und findet, dass D zu egoistisch ist. Das ist eine total andere Meinung, wie den Euro verlassen, liebe Margrit.

    Frankreich will auch nicht auf die sozialen Errungenschaften verzichten, da man den deutschen Sparkurs widerlich findet, sondern am liebsten mehr ausgeben, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Dazu gehört die Abwertung des Euro's um die französichen Produkte billiger im Ausland anbieten zu können.

    Woher Sie die Theorie nehmen, dass Frankreich den Euro zu Fall bringen möchte, ist gänzlich unverständlich und entspringt ihrer Phantasie.

  • Henry
    volle Zustimmung.
    Aber im Gegensatz zu Deutschland sind die Franzosen immer sher schnell auf den Straßen und vielleicht wird sogar Frankreich diesen Euro zu Fall bringen

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