OECD-Prognose
Spaniens Arbeitslosenquote auf Rekordkurs

Die Arbeitslosenquote in Spanien soll 2013 ihren Höchststand erreichen, so heißt es in einer Mitteilung der OECD. Rund 25,4 Prozent soll sie dann betragen. Vor allem unter jungen Menschen ist die Lage dramatisch.
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LondonNach einer Prognose der OECD wird die Arbeitslosenquote in Spanien in den kommenden Monaten weiter steigen und gegen Beginn des Jahres 2013 bei 25,4 Prozent einen Höchststand erreichen. Das geht aus einer Mitteilung der internationalen Organisation hervor, die am Dienstag in Paris vorgelegt wurde.

Im Mai wurde in Spanien demnach eine Arbeitslosenquote von 24,6 Prozent gemessen. Ab der zweiten Jahreshälfte erwartet die OECD dank einer konjunkturellen Aufhellung wieder sinkende Arbeitslosenzahlen in Spanien.

Die OECD rief ihre 34 Mitgliedsländer überdies zu vermehrten Anstrengungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit angesichts einer sich abschwächenden Weltkonjunktur auf. Im Mai erreichte die Arbeitslosenquote in der Eurozone 11,1 Prozent. Auf diesem Niveau wird die Arbeitslosigkeit nach der OECD- Prognose bis zum Jahresende 2013 verharren.

“Der jüngste Verfall der wirtschaftlichen Aussichten wirkt sehr negativ auf den Arbeitsmarkt”, wurde OECD-Generalsekretär Angel Gurria in der Mitteilung zitiert. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Regierungen sämtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzten, um den Arbeitslosen - und dabei vor allem jungen Arbeitssuchenden - zu helfen. Für die Arbeiter gehe es darum, das "Rennen gegen die Maschine" zu gewinnen.

Besorgniserregend sei der Anstieg von Zeitarbeitsverträgen und der Langzeitarbeitslosigkeit, deren Quote auf 35 Prozent von 27 Prozent vor der Krise gewachsen sei. Die Zahl der jungen Menschen in Anstellung im Vergleich zum Rest der Bevölkerung sei um sieben Prozentpunkte gefallen.

Die OECD rief zu mutigen Reformen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft auf. Stellen könnten geschaffen werden, indem Handel und Dienstleistungssektor für mehr Wettbewerb geöffnet würden. Länder wie Griechenland und Italien sollen demnach darauf verzichten, Läden in der Mittagszeit zu schließen.


Zugleich ermutigte die OECD die Regierungen, schärfer gegen Lohnungerechtigkeiten vorzugehen. Der Anstieg könne mit Hilfe von Steuern bekämpft werden. "Die höheren Einkommen von Spitzenverdienern lassen darauf schließen, dass diese Gruppe nun größere Kapazitäten hat, Steuern zu zahlen", teilte die Institution mit.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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