Öffentliche Hand gibt zu viel aus
Euroländer machen wieder mehr Schulden

Sie führen die Negativrangliste an: Griechenland und Italien haben erneut enorme Schuldenberge angehäuft. Der gesamte Währungsraum schneidet schlechter ab als im vorherigen Halbjahr – und schlechter als ganz Europa.
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BrüsselDer Schuldenberg der öffentlichen Hand in der Eurozone ist erneut gewachsen. Er belief sich Ende des ersten Quartals 2014 auf 93,9 Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie aus am Dienstag in Luxemburg veröffentlichten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht. Das ist eine Steigerung von 1,2 Prozentpunkten gegenüber 92,7 Prozent zum Jahresende 2013. Der Anstieg kommt demnach nach zwei aufeinander folgenden Quartalen mit sinkendem Schuldenstand.

Absolut gesehen betrugen die Schulden Ende des ersten Quartals 9,06 Billionen Euro, über sieben Billionen davon in Wertpapieren. Werden die zehn EU-Länder hinzugerechnet, die nicht der Eurozone angehören, beläuft sich der Gesamtstand in der EU sogar auf 11,5 Billionen Euro. Die Schuldenquote für die gesamte Union ist besser als für die Eurozone, denn sie betrug Ende des ersten Quartals laut Eurostat 88 Prozent. Auch sie ist aber gestiegen, nachdem sie Ende 2013 noch 87,2 Prozent betragen hatte.

Die höchsten Schuldenberge verzeichneten laut Eurostat Ende des ersten Quartals Griechenland mit 174,1 Prozent, gemessen am BIP eines Jahres, und dahinter Italien mit 135,6 Prozent. Die niedrigsten Quoten hatten demnach Estland mit nur zehn Prozent Staatsverschuldung und Bulgarien mit 20,3 Prozent.

Deutschland nahm mit 77,3 Prozent einen mittleren Platz ein. Dies entsprach laut Eurostat öffentlichen Schulden von 2,14 Billionen Euro hierzulande. Allerdings ging demnach der deutsche Schuldenberg gegenüber Ende 2013 um 1,1 Prozentpunkte zurück. Die Daten zu einzelnen Ländern waren teilweise bereits vorher bekannt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Nichts neues im Land der Idiotie. Dumm, dümmer, deutsch.

    Willkommen im Land der Bekloppten und Bescheuerten.

  • Tja, Austeritätspolitik funktioniert eben nicht. Das “Sparen” auf der Ausgabenseite verursacht massive Steuerausfälle auf der Einnahmenseite.

    Im Ergebnis drückt die Austeritätspolitik die Länder noch tiefer in die Schulden.

  • Ich möchte den deutschen Schuldenberg sehen, wenn die ganze Garantien gezogen werden. Und genau das wird kommen!

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