Ökonom Milton Friedman verstorben
Im Namen des Marktes

Er galt als einer der einflussreichsten Ökonomen seiner Zeit: Milton Friedman. Doch der geistige Vater des Monetarismus und Nobelpreisträger von 1976 war nicht nur einer der wichtigsten Ökonomen – sondern zugleich auch einer der umstrittensten. Am gestrigen Donnerstag verstarb Friedman im Alter von 94 Jahren.

DÜSSELDORF. Dem Amerikaner wurde nicht nur die Gabe zugeschrieben, höchstkomplizierte ökonomische Zusammenhänge verständnisvoll erklären zu können. Ihm gelang es auch, „die Grundströmung der Nationalökonomie entscheidend zu ändern“. So drückte es sein Studiengefährte, Nobelpreisträger Paul A. Samuelson, aus.

Am Donnerstag starb Milton Friedman im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in San Francisco.

Der Amerikaner war nicht nur einer der wichtigsten Ökonomen – sondern zugleich auch einer der umstrittensten. Mit seinem 1962 an der Universität von Chicago vorgelegten Werk „Capitalism and Freedom“ machte er sich zum krassen wissenschaftlichen Außenseiter. Anfang der 60er-Jahre, das war die Zeit, in der Keynesianismus die wissenschaftliche Debatte prägte und aktive Konjunkturpolitik unter Wissenschaftlern wie Politikern als Nonplusultra galt. Friedman hatte mit seiner Arbeit für einen radikalen Paradigmenwechsel in der damaligen Wissenschaft gesorgt, sich zum Vorkämpfer des Wirtschaftsliberalismus gemacht – und sein wissenschaftliches Leben der Freiheit und der Verteidigung des Marktes verschrieben.

Seine These: Mit höheren Staatsausgaben und niedrigeren Zinsen kann der Staat die Realwirtschaft nur kurzfristig beeinflussen. Auf mittlere Sicht verpufften öffentliche Ausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft, einen Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit auf Dauer gebe es nicht. Inflation sei immer und überall „ein rein monetäres Phänomen“, so Friedman. Die Geldentwertung habe nichts mit aggressiven Gewerkschaften oder gierigen Unternehmern zu tun; Inflation entstehe schlicht dann, wenn die Geldmenge schneller wachse als die Wertschöpfung in der Realwirtschaft.

Sein Fazit: Staat und Notenbank könnten Wachstum und Beschäftigung bestenfalls fördern, indem sie sich so weit wie möglich aus dem Marktgeschehen heraushielten und für stabile ökonomische Rahmenbedingungen sorgten.

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