Ökonomen erwarten, dass die US-Notenbank am Dienstag die Zinsen leicht erhöhen wird
Fed fährt mit angezogener Handbremse

Die Wall Street ist sich einig: Die amerikanische Notenbank Fed wird die Leitzinsen in den USA morgen um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf 1,75 Prozent anheben. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter 22 Ökonomen der großen Investmentbanken in New York.

NEW YORK. Auch über den weiteren Kurs der Fed gibt es kaum Zweifel. Eine deutliche Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die Notenbanker das Zinsniveau bis zum Jahresende auf zwei Prozent schrauben werden.

Den Boden für diese Erwartungen hat die Fed mit ihrer Erklärung vom August bereitet. Da hieß es, der Aufschwung werde wieder an Kraft und Tempo zulegen, und die Inflation sei nach wie vor niedrig. Die stimulierende Geldpolitik könne deshalb mit „maßvollen“ Schritten zurückgefahren werden. Alan Greenspan bekräftigte diesen Kurs erst vor zwei Wochen bei seinem Auftritt vor dem US-Kongress. „Die Wirtschaft hat wieder etwas Tritt gefasst“, sagte der 78-jährige Fed-Chef und verkündete damit das Ende der Sommerflaute.

Ökonomen rechnen damit, dass die Fed morgen ihre optimistische Konjunktureinschätzung unterstreichen und auf die leichte Belebung auf dem Arbeitsmarkt im August hinweisen wird. „Greenspan ist dabei, die Leitzinsen wieder auf ein konjunkturneutrales Niveau zu bringen“, sagt David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) in New York. Die Wirtschaft brauche keine Liquiditätshilfe mehr.

Neutral ist der Zinssatz nach Meinung der Ökonomen dann, wenn er weder stimulierend noch dämpfend auf die Wirtschaft wirkt. Wyss sieht das bei einem Leitzins von „etwa vier Prozent“ gegeben und sagt voraus, dass die Fed Anfang 2006 diese Marke erreichen wird. Bestätigt sieht er sich von Janet Yellen. Nach Meinung der Fed-Präsidentin von San Francisco müssen die Zinsen „deutlich“ steigen, um auf ein neutrales Niveau „zwischen 3,5 und 4,5 Prozent“ zu gelangen.

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