Ökonomen: Fed erhöht nach positiven Daten im Dezember nun doch die Leitzinsen
US-Arbeitsmarkt wirbelt die Zins-Prognosen durcheinander

Der überraschend starke Beschäftigungszuwachs in den USA hat die Zinskalkulationen über den Haufen geworfen. Die Händler auf den Terminmärkten für Zinskontrakte revidierten ihre Voraussage und rechnen jetzt sowohl morgen als auch am 14. Dezember mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Die Leitzinsen in den USA könnten damit von derzeit 1,75 auf 2,25 Prozent bis zum Jahresende steigen.

tor/noh/fs HB NEW YORK. Am Freitag hatte das US-Arbeitsministerium bekannt gegeben, dass im Oktober überraschend 337 000 neue Stellen, doppelt so viele wie erwartet, geschaffen worden sind. Das ist der stärkte Anstieg seit dem Frühjahr. Damit haben sich Befürchtungen zerstreut, die Job-Maschine in den USA werde nicht anspringen und der Konjunkturaufschwung werde schwächer.

Auf ihrer jüngsten Sitzung im September hatten die US-Notenbanker an ihrem Kurs festgehalten, die Zinsen in „maßvollen“ Schritten wieder auf ein konjunkturneutrales Niveau zu bringen. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass Leitzinsen zwischen 3,5 und 4,5 Prozent die Wirtschaft weder stimulieren noch bremsen. Fed-Vize Roger Ferguson wies aber noch vor wenigen Tagen darauf hin, dass das konjunkturneutrale Zinsniveau möglicherweise niedriger sei als gedacht.

Vor der Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten hatte eine Mehrheit aber geglaubt, dass die Fed im Dezember von ihrem Kurs abweichen werde, und die Zinsen nicht erhöhen würde. Der starke Anstieg der Ölpreise, ein mäßiges Wirtschaftswachstum im dritten Quartal und ein sinkendes Verbrauchervertrauen hatten diese Spekulationen genährt. Notenbank-Gouverneur Ben Bernanke sprach mit Blick auf die Ölpreise kürzlich gar von einem „wirtschaftlichen Schock“.

Die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Zinsschritt kurz vor Weihnachten stieg jedoch nach dem Arbeitsmarktbericht von unter 50 auf etwa 70 Prozent. „Die Chancen für eine Zinspause im Dezember haben deutlich abgenommen“, sagte Cary Leahey, Ökonom bei der Deutschen Bank in New York. Die Bank korrigierte ihre Zinsprognose und rechnet jetzt mit einer Erhöhung im Dezember.

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