Ökonomen gehen von veränderten Zinsen bis 2006 aus
Europäische Zentralbank lässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen im Euro-Raum trotz wachsenden politischen Drucks konstant. Der EZB-Rat entschied am Donnerstag auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause in Frankfurt, den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bei 2,0 Prozent zu halten.

HB FRANKFURT. Eine weitere Senkung der Zinsen halten die Notenbanker nicht für nötig, weil das derzeitige Niveau die Wirtschaft bereits mit günstigem Geld versorge und Investitionen fördere.

Die Gruppe der zwölf Euro-Finanzminister hatte zuletzt ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) einen Zinsschritt nach unten zur Stärkung der Konjunktur befürwortet. Auch die EZB erwartet weniger Wirtschaftswachstum und hatte vor einem Monat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr in den zwölf Staaten mit der Gemeinschaftswährung von 1,6 auf 1,4 Prozent gesenkt.

Die meisten Ökonomen gehen von konstanten Zinsen bis weit in das Jahr 2006 hinein aus. Gegen eine Zinssenkung sprechen die stark wachsende Geldmenge sowie der hohe Ölpreis von zuletzt knapp 60 US- Dollar pro Barrel (159 Liter). Das heizt die Inflation an. Im Mai lag die Teuerungsrate im Euro-Raum mit 1,9 Prozent knapp unter der Warnschwelle der EZB. Die Bank of England ließ ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet ebenfalls unverändert bei 4,75 Prozent. Die Zinsentscheidung der EZB wollte ihr Präsident Jean-Claude Trichet am Nachmittag in einer Pressekonferenz erläutern.

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