Ökonomen-Umfrage
Verschärft ein neuer Rating-Schock die Euro-Krise?

Frankreich hat sein Top-Rating verloren. Was bedeutet die Abstufung durch S&P für die Rettungsbemühungen in der Schuldenkrise? Ökonomen bewerten die Folgen unterschiedlich.
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DüsseldorfFührende Ökonomen in Deutschland bewerten die Folgen des Top-Rating-Verlusts für Frankreich unterschiedlich. Der Chefvolkswirt von Barclays Capital Deutschland, Thorsten Polleit, sieht darin einen Rückschlag für die Rettungsbemühungen in der Schuldenkrise. „Die Schultern der vermeintlichen finanzstarken Länder sind zu schwach, als dass sie die Lasten der maroden Länder übernehmen könnten“, sagte Polleit Handelsblatt Online.

Frankreichs Finanzminister François Baroin hat am Freitagabend im französischen Fernsehen die Abstufung bestätigt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft im Euroraum fällt demnach von „AAA“ auf „AA+“. Das sei keine Katastrophe, betonte Baroin. „Es sind nicht die Ratingagenturen, die Frankreichs Politik diktieren.“

Frankreich ist eine zentrale Figur in den Rettungsbemühungen für die gesamte Eurozone. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa steht auch Österreich vor dem Verlust der Topnote. Die Abstufung dürfte es für beide Länder schwerer und teurer machen, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Die offizielle Entscheidung der Ratingagentur S&P sollte noch am Abend verkündet werden.

Die Herabstufungen signalisierten, dass sich die miserable Finanzlage der Staaten „nicht durch neue Kredittöpfe und Schuldenkollektivierung bereinigen“ lasse, sagte Polleit.

Der Druck der Ratingagenturen verschärfe generell "die Notwendigkeit zu Strukturreformen für mehr Leistungsfähigkeit, die nicht zuletzt die EZB in Europa immer wieder anmahnt", sagte auch der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, Handelsblatt Online. Die Auswirkungen der Rating-Abstufung einiger Länder seien aber überschaubar, weil sie an den Kapitalmärkten in den vergangenen Wochen "mehr und mehr erwartet worden ist und bereits langsam Eingang in die Preise gefunden hat", fügte er hinzu. Der Drei-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank (EZB) habe überdies "Stabilität in den Markt gebracht, die die Effekte einer Ratingveränderung kompensieren würde".

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, sieht gar die Bedeutung von Länder-Ratings schwinden. Unter Marktteilnehmern spreche sich allmählich herum, dass der „Informationsgehalt von Ratings gering“ sei. „Insbesondere ist aber nunmehr klar, dass  die EZB aus dem Hintergrund die Kurse durch hohe Liquiditätszufuhr an Banken und durch Aufkäufe stabilisiert“, sagte Horn Handelsblatt Online. „Damit ist der Markt de facto nicht mehr auf Ratings angewiesen. Ihre Bedeutung schmilzt dahin und dies dient der Stabilität.“

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Rating-Angst löst Kursrutsch aus

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  • Es ist die Frage, ob die Ratingagenturen die Eurokrise verschärfen oder ob die Eurokrise ohne die Ratingagenturen beschönigt würde.

    Sicher agieren die Ratingagenturen aus unserer Sicht nicht so ganz geschickt, aber aus anderem Blickwinkel ums so geschickter.

    Wie dem auch sei, ohne die Ratingagenturen würde in Europa nichts passieren. Denken wir an Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und ganz besonders Italien. Man kann vielleicht sogar behaupten, dass ohne die Ratingagenturen Berlusconi immer noch im Amt wäre. Ohne die Aktionen der Ratingagenturen wären deren Problem auch nicht gelöst worden.

    Vielleicht helfen sie uns auch einmal.

    Kern der Frage sollte vielmehr sein, die "Feuerwehr" mehr zur Brandprävention als zur Brandbekämpfung einzusetzen.

  • PisaPisa träumte von einem 17köpfigen Anglerverein, bei dem 12 oder 13 Mitglieder nachts die Fische aus'm Teich geklaut haben, und nach Singapur und in die Schweiz geschafft haben. Die Missetäter setzten zum Ausgleich selbstgebastelte Plastikkaulquappen ein, und der Verein wundert sich, dass die so rasch an Wert verlieren, und sie keiner haben will, obwohl sie so schön sonnig schmecken. Tun darf man den Frevlern übrigens nix, weil ein Europäer den andern unterstützen muß, so steht es jedenfalls in der Vereinssatzung, und wenn's sein muß, verkaufen die Übeltäter sogar Billionen von Plastikkaulquappen an den Verein, der sie dann entsprechend deren Anweisungen in den Teich einsetzt.
    So steht es in der Satzung. Über Sanktionen, wie Strafen, Austritt oder Hinauswurf findet sich in der Vereinssatzung übrigens nix, denn dann hätte man ja die lieben europäischen Anglerfreunde gleich zu Anfang verprellt, und Frau Roth und ihre ganze Gut-Partei hätte dicke Tränen vergossen ob dieser Inhumanität. Jetzt ist es leider zu spät, und man kann gar nichts mehr machen, ausser Kaulquappen ankaufen. Selbst wenn die Missetäter das plastikkaulquappenverseuchte Teichwasser austrinken würden, und sich dadurch gewaltige Gedärmwinde holen würden, müsste der Anglerverein gutmenschlich bleiben, diese einschnaufen, und auch noch die Arztrechnungen bezahlen.

    PisaPisa erwacht schweißgebadet, Dank sei dem Allmächtigen, einen Verein mit solch einer skurrilen Satzung kann's ja in Wirklichkeit gar nicht geben; da würde ja schon ein Notar noch als Refendar das große Darmsausen kriegen -- alles nur ein böser, realitätsfremder Traum... oder?

  • Warum wohl versetzen US-Ratingagenturen Europa einen Schlag und warum gerade jetzt, als der EURO sich erholen wollte? Es wird Nichts nützen, ab ~2022 wird China den Ton angeben, deren Investment in den EURO lassen die sich nicht von den Amis zunichte machen.

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