Ökonomen warnen Euro-Krise könnte deutschen Aufschwung abwürgen

Rasanter Aufschwung in Deutschland, die Konjunktur brummt wie seit 20 Jahren nicht – das ist die Realität des Jahres 2010. Im nächsten Jahr könnte es damit vorbei sein. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass das Sparpaket der Bundesregierung und steigende Beiträge zur Sozialversicherung den Aufschwung abwürgen könnten. Auch die Euro-Krise stellt laut einer Studie ein Risiko dar.
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Ein Werbeplakat: Deutscher Aufschung in Gefahr? Quelle: dpa

Ein Werbeplakat: Deutscher Aufschung in Gefahr?

(Foto: dpa)

HB BERLIN. Wichtigstes Risiko für die deutsche Wirtschaft sei die Euro-Schuldenkrise, teilten die Experten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) am Montag mit. Sollten nach Griechenland und Irland weitere Länder unter den Rettungsschirm schlüpfen, könnte das die Stabilität des Währungsraumes gefährden und die Konjunktur dämpfen, weil weitere Sparpakete nötig würden. Träger des Aufschwungs werde daher die Binnenwirtscaft: Der private Konsum lege um 1,7 Prozent zu, die Investitionen zögen um 4,1 Prozent an, teilten die Forscher mit.

Erschwerend kommen laut RWI steigende Beiträge zur Sozialversicherung hinzu. Die Arbeitnehmer hätten zwar dank der guten Lage am Arbeitsmarkt und steigender Einkommen mehr Geld in der Tasche, doch zugleich bremsten die höheren Ausgaben für die Arbeitslosen- und Krankenversicherungen die Konjunktur. Die Wirtschaftsleistung steige mit 2,5 Prozent deutlich langsamer als im laufenden Jahr mit 3,7 Prozent. Das Auslaufen des sogenannten Lagerzyklus und die schwächeren Impulse bremsten das Wachstum im kommenden Jahr.

Die für deutsche Verhältnisse hohe Wachstumszahl täuscht nach Einschätzung der Experten aber über die tatsächliche Konjunkturdynamik hinweg: Allein 1,5 Prozentpunkte des Zuwachses seien auf statistische Effekte zurückzuführen. Grund dafür ist, dass die Wirtschaft mit kräftigem Schwung aus dem Jahr geht: Der Aufschwung „hat an Breite gewonnen, und vieles deutet darauf hin, dass sich die Expansion zum Jahresende 2010 hin sogar noch einmal beschleunigt“, schrieben die Forscher. Dabei mag auch eine Rolle spielen, dass viele Firmen Investitionen vorzögen, um noch die bis Ende 2010 geltenden günstigen Abschreibungsregeln zu nutzen. Für 2010 rechnet das RWI daher mit einem Wachstum von 3,7 Prozent und ist damit deutlich optimistischer als noch im September (3,4 Prozent).

Mit der Krise der Eurozone werden sich Ende dieser Woche die EU-Staats- und Regierungschefs auseinandersetzen - mit dem Ziel, das Währungsgebiet gestärkt aus ihrer bisher schlimmsten Krise hervorgehen zu lassen. Im einem überarbeiteten und der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Entwurf der Abschlusserklärung des Gipfels, der am Donnerstag beginnt, versichern die „Chefs“ ausdrücklich, sie hätten für die finanzielle Stabilität entschlossen gehandelt und würden dies auch weiter tun.

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11 Kommentare zu "Ökonomen warnen: Euro-Krise könnte deutschen Aufschwung abwürgen"

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  • Spät kommt er, der Hinweis auf basis- und weitere Sondereffekte. immerhin gibt es nun doch noch die Mahnung an die EU-Probleme, welche unseren Hauptabsatzmarkt betreffen - China etc. sind unerheblich dagegen. Zu lange haben sich die klugen Leute zurückgehalten mit einer realistischen beurteilung. Stattdessen wurde die Märkte nach oben gequatscht. Nun dürfen sie wieder zur Wirklichkeit zurückkehren - hoffentlich nicht mit einem einzigen Rutsch um die 30%.

  • Liebes Handelsblatt, untersucht doch mal wie stark die Auswirkungen des Teilzusammenbruchs des Europäischen Währungssystems (EWS) auf die deutsche Wirtschaft tatsächlich waren (aber bitte objektiv, Euro-Jubelpropaganda haben wir schon soviel, dass einem übel wird). Damals weigerte sich ja die Deutsche bundesbank das britenPfund und die italoLira weiter zu stützen, weil es einfach zu teuer wurde. Also scheint es ja einen objektiv bestimmbaren Punkt zu geben, ab dem Stützungen unrentabel und Währungsabwertungen sinnvoll und notwendig werden.

    Außerdem wären ein paar Hintergrundbetrachtungen volkswirtschaftlicher Art zu generellem pro und contra von Systemen fixer Wechselkurse nicht schlecht. Einerseits scheint ein einheitlicher Wertmaßstab ja nicht schlecht, da Währungen potentiell immer protektionistisch wirken (können), andererseits sieht man ja, wie verheerend es ist, wenn die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften nicht zur Währung passt und Volkswirtschaften im Gefolge dessen überrannt und quasi kolonisiert werden (z.b. DDR->DM, Griechenland->Euro).

    Außerdem ist mir unklar, wieso der Staat sich überhaupt mit dem Steuergeld der Normalbürger um Wechselkursrisiken kümmern soll. Es gibt doch Optionen und Termingeschäfte zur Absicherung von Währungsschwankungen, die gefälligst die Unternehmen selber zahlen sollen und nicht der Steuernormalbürger.

  • Hundt betonte weiter: „Auch eine Transferunion zwischen den Euro- Ländern lehne ich entschieden ab. Es muss vielmehr darum gehen, die Wettbewerbsfähigkeit aller EU-Länder zu verbessern.“

    Vom Wunschdenken zur Realität:
    EU-Länder, die kein Geschäftsmodell mehr haben, bzw. noch nie hatten und uns immer auf den Taschen liegen werden, adäquat zu den neuen bundesländern innerhalb Deutschlands.

    - irland: Zocken im Spielcasio. Wenn das Geld alle ist, gibt´s Neues von deutschen banken

    - Portugal: Produktivität jenseits von Gut und böse.

    - Griechenland: Ein Leben ohne Steuern, dafür um so mehr mit Fakelaki, den Hauptteil lässt man sich aus der EU-Kasse mit gefälschten Zahlen subventionieren

    - Frankreich: Man lebt ein Leben, das man sich nicht leisten kann, höchstens in Kolonialzeiten möglich war.

    - Spanien: Hunderttausende Häuser wurden schon mal auf Vorrat gebaut, die niemand mehr haben will. in den letzten 2 Jahren haben sich die immobilienpreise um 50% reduziert. Wohnungen gibt´s jetzt schon für ein Appl und nem Ei.

  • Sie müssen die Staatsschulden noch mit mehr Ernst betrachten. Sie befinden sich noch im bereich des Lapidaren. Fehlerhaft, so ist mein Eindruck in den vergangenen Wochen gewesen, war auch die Lösung der Spaltung des Euro. Kein Deutscher reagiert so, wenn er in der Absicht steht, ein Europa zu bewahren oder zu verbessern, dass vereinheitlicht sein soll. Und so denkt auch kein anderer Europäer. Sie haben die Schultern breit aufgestellt, als es darum ging, die Spitzenposten im Geldwesen zu übernehmen. Jetzt sind Sie in der Pflicht, dieses Problem auch zu lösen. Und zwar Sie !!! - und nicht etwa ihre Adjutanten.

    ich hoffe Sie haben mich verstanden. Sie müssen mit noch mehr Ernst an die Sache gehen. Und Sie müssen noch schneller werden.

  • Ein Aufschwung der durch Verschuldung anderer EU-Länder erkauft wurde. Wir sind Exportweltmeister auf Pump. Da ist doch gar kein Aufschwung, es ist ein Scheinaufschwung.
    So was wie eine Scheinschwangerschaft.

  • Die deutschen Politiker werden sich und die bevölkerung so lange belügen, bis es zu spät ist. Wann kapieren die, dass dieses "politische Projekt" Euro scheitern musste? Meine Antwort: Sie werden es nie kapieren, sie werden bis zum Schluß daran glauben. Das liegt wohl im blut der Deutschen, wo auch im April 1945 in berlin noch eine erkleckliche Zahl an den Endsieg glaubte. ich frage mich nur, was die Deutschen daran hindert, die Dinge klar zu sehen?
    1. Herr Schmidt sagt, Deutschland müsse noch im 21. und auch 22. Jahrhundert für Europa zahlen. Da frage ich mich: Gibt's Verträge, die als Reparationsleistungen zu interpretieren sind?
    2. Herr Verheugen sagt bei Maybritt illner, die EU sei einzig zu dem Zweck gegründet worden, Deutschland einzudämmen und ungefährlich zu halten. Das bedeutet aber, das Deutschland nicht zu Europa gehört, nicht auf Augenhöhe mit anderen interessen vertreten darf.
    3. Herr Juncker sagt, die Deutschen seien uneuropäisch und denken zu simpel.
    4. Die griechische Presse malt Deutschland als den Sündenbock der Euro-Tragodie an die Wand, nur weil deutsche Steuerzahler - die im übrigen für die EU schon sehr viel zahlen - keine Lust haben auf den "Griechen-Soli" (der kommen wird, in Form höherer MwSt, Sondersteuern und Abgaben, etc.) Dabei wird das Geld bei den PiiGS ja nicht ausgegeben für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, sondern geht in den Konsum: in die bezahlung von Staatsbediensteten, in die dortigen Rentenfonds, etc.

    Und die deutschen Politiker und geneigte "Ökonomen" prügeln auf die deutsche Öffentlichkeit ein, wie "toll" und "erfolgreich" die Eurostory ist, und welche dramatischen Vorteile Deutschland aus dem Euro gezogen hat. Diese perfiden Lügen empfinde ich als geradezu unverantwortlich!

    im übrigen frage ich mich, warum die Niederländer das alles mitmachen. Machen sie mit, weil sie Angst vor Deutschland haben? Frei nach dem Motto: wenn wir die Eurozone verlassen, dann verlässt Deutschland die Eurozone auch und Deutschland ist dann "entfesselt"?

    Mittlerweile glaube ich nicht mehr an die EU. Es ist ein basar zur Selbstbedienung, und kein gemeinsames Haus. Warum lehnt sich Deutschland nicht stark an Russland an, hilft, das Land zu entwickeln und die Demokratie dort zu stärken? Die Affinität zu Russland ist viel größer, als viele hier wahrhaben wollen.

    Der starke "Wille" der europäischen Politiker, das Unvermögen des Absetzens der Scheuklappen, die die Realitätswahrnehmung verhindern, das Nichtdenkenkönnen und Wollen von Alternativen werden Europa zerstören. ich bin jetzt schon gespannt, was die Euroapologeten in 10 Jahren sagen werden. im iii. Reich wurde 1944 auch noch vom "Tausendjährigen Reich" gesprochen, während ringsum alles in Einzelteile zerfiel. Die ganze Poltik der EU ist eine Politik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Politiker sind selbst Opfer ihrer merkwürdigen geistigen Konstrukte; es kommt mir vor wie eine behinderung.

  • Der binnenmarkt wird es richten? Träumen diese Pseudowissenschaftler?
    Sie schwafeln von 1,7% Wachstum auf dem binnenmarkt. Ja, wir haben Weihnachten, da kauft man ein wenig mehr. Z. T. aber sind die Käufe auf Pump, das haben diese Herren wohl vergessen. Konnte man letzte Woche überall lesen.
    Warten wir man Jan. und Febr. ab, da rutscht dann der Einzelhandel wieder ganz schnell ins Minus, denn die bürger haben dann nochweniger Geld, weil alle Abgaben steigen
    Und dass es der Wirtschaft so gut geht, ist doch wohl klar. Wo Arbeitgeber nicht mal mehr Löhne zahlen müssen, weil das der Staat, sprich der Steuerzahler macht, da ginge es mir auch gut. Merkels geliebte Austocker sind eine wunderbare Gewinnmaximierung für die Wirtschaft. Wo Niederigstlöhne mittlerweile an der Tagesordnung sind, ebenfalls.
    Die ganze derzeitge Wirtschaft ist auf Lügen aufgebaut und Ausbeutung.
    Und da jammern die schon wieder über gestiegene Kassenbeiträge.
    Die hätten die Arbeitgeber doch verhindern können, wenn sie die Wahrheit mal auf den tisch packen, was bei den Kassen so viel kostet. Nämlich Millionen Versicherte, die keinen beitrag zahlen
    Experten, die so viel Schwachsinn in die Welt blasen, sollte man zum Teufel jagen, die sind nicht mal 50 Cent im Monat wert

  • Der Euro am Abgrund:

    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=cd2a506a-6e39-4700-b98f-d4c894175d83;DCSext.zugang=videoportal_teaserbox

    Eine beeindruckende Dokumentation zur besten Sendezeit im Schweizer Fernsehen.

    Mission impossible - ein einziges Euro-Drama.

    Ein Todeskampf zwischen jahrelanger, zermürbender Krise oder unvermittelten Kollaps.

  • Wir haben Stabilität im Währungsraum ????? .....welcher gefährdet ist ????
    ich lach mich weg !
    Wo bitte ist da eine Stabilität gewesen ?????
    Probleme wurden ignoriert und unter den Teppich gekehrt.
    Die ganze EU basiert auf Lüge, Manipulation und Täuschung !

  • Der Ehrliche ist immer der Dumme und der Unglücklichere!

    http://www.bild.de/biLD/regional/hamburg/aktuell/2010/12/12/deutschlands-frechster-arbeitsloser/arno-duebels-heisser-flirt-mit-kellnerin-katja-auf-mallorca.html

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