EBRD-Chef Mirow „Es mangelt an einem Leitbild“

EBRD-Chef Thomas Mirow muss seinen Posten räumen, da die Bundesregierung seinen französischen Kollegen unterstützt. Trotzdem lobt er Deutschlands Haltung in der Euro-Krise und steht hinter der Idee einer Fiskalunion.
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Könnte sich für die Zukunft eine Beratungstätigkeit vorstellen: EBRD-Chef Thomas Mirow. Quelle: ap

Könnte sich für die Zukunft eine Beratungstätigkeit vorstellen: EBRD-Chef Thomas Mirow.

(Foto: ap)

LondonHandelsblatt: Herr Mirow, Deutschland wird international für seine zögerliche Haltung im Kampf gegen die Euro-Krise kritisiert. Zu Recht?
Thomas Mirow: Gemessen an dem, was ökonomisch wünschenswert wäre, erscheinen die Schritte, die unternommen werden, manchem Beobachter zu klein. Aber mehr ist politisch derzeit nicht durchzusetzen. Die Kritiker vergessen, dass Regierungen Mehrheiten brauchen. Der ganz große Befreiungsschlag ist politisch unmöglich.

Trifft der Vorwurf zu, dass Deutschland immer zu spät reagiert und so zur Eskalation der Krise beigetragen hat?
Das sagt sich leicht, aber zwei Argumente sprechen dagegen. Erstens: Wenn Deutschland sehr schnell sehr große Hilfen bereitgestellt hätte - wie hoch wäre dann in den Krisenländern die Bereitschaft zu nötigen Strukturreformen gewesen? Zweitens hätte das deutsche Volk vor zwei oder drei Jahren sehr große Rettungsmaßnahmen nicht mitgetragen.

Dafür haben wir jetzt eine Situation, in der immer mehr Anleger bezweifeln, ob es die Euro-Zone in zwei Jahren noch geben wird.
Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen. Sie entstehen, weil es der EU und vor allem der Euro-Zone an einem Leitbild mangelt. Wenn man die Euro-Zone als ein Unternehmen betrachten würde, dann würde man sagen: Die Gesellschafter sind zerstritten und haben keine gemeinsame Zukunftsvision.

Wie sollte Europas Leitbild für die Zukunft aussehen?
Europa sollte ein Konzept für eine politische Union, eine Fiskalunion und auch für eine Bankenunion entwickeln. Die Euro-Zone braucht für die systemisch relevanten Banken eine wirkungsvolle Aufsicht auf europäischer Ebene und ein gemeinsames Krisenmanagement. Klar ist: Mehr Integration bedeutet, dass mehr Entscheidungen auf europäischer Ebene fallen.

Ist das der deutschen Bevölkerung vermittelbar?
Ja - aber nur, wenn bei den Menschen das Vertrauen vorhanden ist, dass dadurch die Verhältnisse in Europa besser werden und nicht sinnlos zusätzliche Risiken eingegangen werden.

„Posten müssen ausgewogen verteilt werden“
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3 Kommentare zu "EBRD-Chef Mirow: „Es mangelt an einem Leitbild“"

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  • Mein Gott, liebes HB
    Ihr laßt aber auch mittlwerweile jeden Dummdödel hier reden. Dieser Beitrag von diesem Typ paßt bessr in die Bild

  • Sehr richtig, die Italienener haben merh Privatvermögen als sdie Deutschen. Soll Italien diese doch als Pfand bei der EZB hinterlegen für neue Kredite.

    Die Sozies träumen natürlich davon eine Zentrale in Europa zu haben (Fiskal-Zentrale), wo Geld herausströmt in die EURO-Staaten verbunden mit politischen Zwangsauflagen. Das ist sozialistische Politik direkt an der Geldquelle sitzend als Hypermacht. Eine Gruselvorstellung für jeden, der Marktwirtschaft und freies Unternehmertum gewohnt ist.

  • Was meint der?? "Zweitens hätte das deutsche Volk vor zwei oder drei Jahren sehr große Rettungsmaßnahmen nicht mitgetragen".
    Die Deutschen haben diese "Rettungsmaßnahmen" mehrheitlich NIE mitgetragen. Der hat keine Ahnung, was gerade bei den Aufgeklärten abläuft.
    Wer meint, die Deutschen für ein "politisches Projekt" versklaven zu können, der wird sich noch wundern!

    Die Spanier, die Italiener und auch die Franzosen haben selbst genug Wohlstand, ihre Schulden zu bezahlen! Dort wurde gefressen bis zum Erbrechen, jetzt wird die Rechnung präsentiert. Und ich als Deutscher habe damit NICHTS ZU TUN!

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