Ausblick auf die Weltwirtschaft
IWF: Wachstum geht deutlich nach unten

Vor dem Hintergrund des größten Finanzschocks seit den 30er Jahren steht die Weltwirtschaft vor einem gravierenden Abschwung. Das globale Wachstum wird sich 2008 deutlich abschwächen und eine Erholung wird frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 einsetzen. Zu dieser Erkenntnis kommt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem Ausblick auf die Weltwirtschaft.

WASHINGTON. Seine Wachstumsprognosen hat der IWF gegenüber der letzten Vorhersage aus dem Juli dieses Jahres deutlich nach unten korrigiert. Danach wird die Weltwirtschaft in 2008 nur noch um 3,9 Prozent wachsen (2007: 5 Prozent) und sich weiter auf drei Prozent in 2009 verlangsamen. Die Wachstumsdynamik erreicht damit ihren niedrigsten Wert seit 2002. Für Deutschland rechnet der IWF in 2009 mit einem Nullwachstum, nach 1,8 Prozent im laufenden Jahr.

Die USA sieht der Fonds bei 1,6 Prozent Wachstum in 2008 und gerade mal bei 0,1 Prozent in 2009. Im gesamten Euroraum schwächt sich das Wachstum ebenfalls spürbar von 1,3 auf 0,2 Prozent im kommenden Jahr ab. Immerhin: Die Inflationsgefahren hält der IWF für beherrschbar. Die Teuerung könnte zum Ende des nächsten Jahres bei weniger als zwei Prozent liegen. Der IWF stellt diese Prognose jedoch unter den Vorbehalt, dass sich die Risiken auf dem Kreditmarkt und dem US-Immobilienmarkt nicht noch weiter erhöhen.

Der Finanzschock kombiniert mit hohen Preisen für Energie und Verbrauchsgütern sei der Grund für den wirtschaftlichen Rückgang, schreibt der IWF. Während sich die entwickelten Volkswirtschaften auf dem Weg in eine Rezession befänden schwäche sich das Wachstum auch in den Emerging Markets ab. Gerade dort hätten hohe Preise für Nahrungsmittel und Energie die Inflation auf im letzten Jahrzehnt nicht dagewesene Höhen getrieben. Dabei sei zu beobachten, dass jene Länder, die sich klare Obergrenzen bei der Teuerung gesetzt hätten, besser mit der Situation zurechtkämen.

Bei der weiteren Ursachenforschung für die Krise der Finanzmärkte weist der IWF auf eine "laxe makroökonomische und regulatorische Politik" hin. Diese habe der Weltwirtschaft erlaubt, die "Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten" womit Ungleichgewichte geschaffen wurden. Fehlverhalten der Märkte und Defizite in der politischen Steuerung hätten zusätzlich dafür gesorgt, dass die Ausgleichsmechanismen versagten. Allerdings glauben die Autoren des World Economic Outlook (WEO), dass die Maßnahmen der amerikanischen und europäischen Aufsichtsgremien Erfolg haben werden. Dennoch bleibe noch auf Sicht ein hohes Risiko bestehen.

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