Ausdauer wichtigste Eigenschaft
Männerdomäne Wirtschaftswissenschaft

In den Top-Etagen der Ökonomie sind Frauen hier zu Lande in der Minderheit. Anders als in den USA haben sie sich nicht systematisch organisiert.

DÜSSELDORF. Im Bundeswirtschaftsministerium herrschte Ratlosigkeit. Im Mai 2004 hatte das Kanzleramt einen ganz speziellen Wunsch geäußert: Eine Frau sollte in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen werden, in den „Olymp der Ökonomen“. „Kennen Sie vielleicht eine?“ fragte ein Ministeriumsmitarbeiter im Hintergrundgespräch.

Zum Beispiel die Mainzer Professorin Beatrice Weder di Mauro, die unter anderem den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank berät und ihre Forschung in den besten Fachzeitschriften der Welt veröffentlicht. Tatsächlich wurde sie im August 2004 zur „Wirtschaftsweisen“ berufen – als erste Frau nach 34 Männern.

Insgesamt sind es hier zu Lande nur wenige Frauen, die sich mit ihrer Forschung internationales Renommee erworben und wirtschaftswissenschaftliche Spitzenpositionen innehaben. Im Verein für Socialpolitik, der wichtigsten deutschen Vereinigung von Ökonomie-Professoren, fristen Frauen ein Orchideendasein: Von den 57 Vorstandsmitgliedern sind nur fünf weiblichen Geschlechts. In den Wirtschaftsforschungsinstituten und den volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken sieht es kaum anders aus – Frauen sind in aller Regel eine klare Minderheit.

Beispiel Allianz Group und Dresdner Bank: Unter den 33 Ökonomen, die Chefvolkswirt Michael Heise beschäftigt, sind nur zehn Frauen. „Ich würde gerne mehr Volkswirtinnen einstellen, aber leider ist die Quote hoch qualifizierter Ökonominnen relativ gering.“ Er habe nur gute Erfahrung mit ihnen gemacht, sie seien meist „zielorientierter, forsch im positiven Sinne und leisten einen guten Beitrag zum Arbeitsklima im Ganzen“, sagt der Chefvolkswirt.

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