"Auslandsverschuldung ist kein Problem"
Nobelpreisträger Friedman rügt wachsenden Staatseinfluss

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman kritisiert den wachsenden Einfluss des Staates, vor allem in Westeuropa. "Man greift hier ein bisschen ein, packt da etwas an und macht dort etwas. Damit wächst der Staat nach und nach", sagte Friedman im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

HB DÜSSELDORF. "Im westlichen Europa herrscht Stagnation, weil die Bürger ihre Regulierungsstaaten nicht abrüsten". Damit verzichteten die Länder auf höhere Durchschnittseinkommen und Wachstumsraten. Deutlich erfolgreicher als Europäer und auch Amerikaner im Abbau von Regulierungshürden seien dagegen die Entwicklungsländer.

Kein Problem hat Friedman mit der hohen amerikanischen Auslandsverschuldung. "Die an Ausländer fließenden Erträge aus US-Vermögenswerten entsprechen ungefähr den Erträgen, die Amerikaner aus ihren Anlagen irgendwo in der Welt beziehen. Ich kann hier kein gravierendes Ungleichgewicht sehen." Das Leistungsbilanzdefizit der USA wird nach Schätzungen in diesem Jahr erstmals die Marke von 800 Milliarden US-Dollar überschreiten und damit 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen - nach Ansicht vieler Ökonomen ein auf Dauer nicht tragbares Ungleichgewicht. Derzeit finanzieren vor allem Investoren aus Asien mit dem Kauf amerikanischer Staatsanleihen die enormen US-Defizite im Außenhandel und im Staatshaushalt.

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