Auswahlkriterien
Das unberechenbare Komitee

Der Anruf aus Stockholm wird heute das Leben eines Ökonomen verändern. Kurz vor der Bekanntgabe informiert das Nobelpreis-Komitee den Gewinner des wichtigsten Ökonomiepreises - aber die Entscheidung ist unberechenbar.
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London Ex-ante-Prognosen sind schwierig, aber vielleicht lassen sich ex post bestimmte Muster in den Entscheidungen des Nobelpreis-Komitees für den Wirtschaftspreis erkennen? Dieser Frage sind die Wissenschaftler Matthias Krapf (Universität Wien) und Jörg Schläpfer (ETH Zürich) nachgegangen.

Die beiden Wissenschaftler haben untersucht, wie die bisherigen Ökonomie-Nobelpreisträger im VWL-Ranking des Handelsblatts abgeschnitten hätten. Seit 2006 analysiert das Handelsblatt darin die Publikationsleistung der deutschsprachigen Hochschul-Volkswirte. Maßgebend sind Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften, deren unterschiedliche Qualität berücksichtigt wird.

Die überwältigende Mehrheit der Ökonomie-Nobelpreisträger würde auch im Handelsblatt-Ranking herausragend abschneiden. Beeindruckend ist das Abschneiden des gemessen am Handelsblatt-Ranking produktivsten Nobelpreisträgers: Der 2009 verstorbene MIT-Professor Paul Samuelson kommt auf 106 "Handelsblatt-Punkte" - fast fünfmal so viel wie der forschungsstärkste deutsche Volkswirt, der Bonner Professor Martin Hellwig (22,9 Punkte).

Die Ergebnisse von Krapf und Schläpfer relativieren eine unter international ausgerichteten Volkswirten verbreitete Kritik: Vor allem Forscher, die in den USA und Großbritannien tätig sind, monieren, die Qualitätsunterschiede zwischen den Fachzeitschriften seien in der Realität weit größer als im Handelsblatt-Ranking berücksichtigt. Sehr gute Journale würden zu niedrig, mittelmäßige dagegen zu gut bewertet.

Die Arbeit zeigt auch, dass hohe Handelsblatt-Punktzahlen nicht alles sind. So kommt der Spieltheoretiker Michael Spence, der 2001 den Nobelpreis erhielt, auf nur 8,6 Punkte - unter den deutschsprachigen Volkswirten läge er damit im Ranking auf Platz 31. Auch John Nash hat vergleichsweise wenig Arbeiten publiziert - "diese Arbeiten zählen aber zu den einflussreichsten überhaupt in der Volkswirtschaftslehre", betonen Krapf und Schläpfer. Das Beispiel zeigt: Verschiedene Wege führen zum Ökonomie-Nobelpreis.

Kommentare zu " Auswahlkriterien: Das unberechenbare Komitee"

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  • Ist die Vorgehensweise des Nobelpreiskomitees noch im Sinn von Alfred Nobel???
    Ich glaube er würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte, was aus seiner sehr guten Idee im Laufe der Jahre geworden ist.
    Ich bin der festen Überzeugung, er würde dies alles ablehnen.
    Der Nobelpreis ist nichtmehr das für was er gestiftet wurde.

  • Es hat sich eine Herrschaftsschicht abgesetzt in Deutschland und Europa, die den Völkern Europas "auf der Nase" tanzen können, wenn man sich der selbsternannten "Elite" unterordnet. Es hat sich eine perfekte "Macht / Medienkruste" entwickelt, die eine Scheinwelt wiederspiegelt nach EU-Programm. Ganz unbeirrbar und losgelöst von der Wirklichkeit.

    Man wird sehr gut bezahlt, man kann sich dem Willen der Masse entziehen, sitzt quasi oben auf dem Ganzen.

    Es sind Politiker (nationale und EU) 3. Klasse, TV- und Medienvertreter bzw. deren Chefredakteure, Promies die sich dem unterordnen. Sie werden mit Geld überschüttet um nach dem EU-Diktat zu funktionieren.

    Diese Schicht müssen wir abschütteln und uns befreien als freie Bürger Europas.

    Leider gibt es genug Leute, die sich dem unterwerfen, sie bedeuten den dekadenten Untergang des Wohlstandes und der Freiheit Europas.

  • Hier die negativen Auswirkungen des "EU-Korsett", dass sich die Leute in Europa nicht gefallen lassen:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/10/47420/

    Friedensnobelpreis also als Warnung, die Freiheit und Würde der Völker nicht von Brüssel aus weiter einzuschränken. Das ist die Botschaft aus Schweden !

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