Auszeichnung
Hochkarätiger Ökonomenpreis für Roman Inderst

Der Mann ist das Wunderkind in der deutschen Volkswirtschaftslehre (VWL): Kein anderer Ökonom hat eine so rasante und steile Karriere hingelegt wie Roman Inderst.
  • 0

KIEL. Heute hat der 40-jährige Professor für Volkswirtschaftslehre der Universität Frankfurt zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren einen hochkarätigen Wissenschaftspreis eingeheimst. Inderst erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Gossenpreis des Verein für Socialpolitik (VfS).

Mit dieser Auszeichnung, die nach dem deutschen Nationalökonomen Hermann Heinrich Gossen benannt ist, zeichnet der Verband der Ökonomie-Professoren seit 1997 international erfolgreiche deutschsprachige Ökonomen aus, die jünger sind als 45. Der Preis gilt als der bei weitem renommierteste Ökonomie-Preis Deutschlands.

Kein anderer deutschsprachiger Ökonom hat in den vergangenen Jahren so viel Forschungsergebnisse in angesehenen internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht wie Inderst, und seine Arbeiten werden auch überproportional oft von anderen Forschern zitiert.

Der 40-Jährige, der laut Handelsblatt-Ranking der derzeit forschungsstärkste deutschsprachige Ökonom ist, hat sich auf Wettbewerbsfragen im Endkundengeschäft der Banken spezialisiert. Damit hat er ein neues Forschungsfeld eröffnet.

In der Vergangenheit betrachteten Wirtschaftswissenschaftler Finanzthemen fast ausschließlich aus der Perspektive der Banken. Inderst war einer der ersten, der die Perspektive der Endkunden einnahm, sein Interesse gilt vor allem dem Verbraucherschutz.

"Roman Inderst ist einer der innovativsten deutschen Volkswirte", sagt Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission. "Seine Forschung ist nicht nur theoretisch exzellent, sondern auch sehr politikrelevant."

Inderst analysiert zum Beispiel, wie private Geldanleger ihre Anlageentscheidungen treffen, wie sich Beratung verbessern lässt und wem die Investoren vertrauen. Dabei arbeitet er mit experimentellen Wirtschaftsforschern, mit Psychologen und Juristen zusammen.

Der 40-jährige forscht seit 2006 an der Frankfurter Goethe Universität. Zuvor war er an der London School of Economics und der französischen Business-School Insead tätig. 2009 erhielt er von der DFG den mit 2,5 Mill. Euro dotierten Leibniz-Preis, 2008 bekam er einen mit 1,5 Mill. Euro dotierten Forschungspreis der EU.

Vertraute berichten hinter vorgehaltener Hand, das größte Problem des Forschers sei es, diese vielen Millionen sinnvoll auszugeben - schließlich ist eine Forschung nicht mit hohen Kosten verbunden.

Kommentare zu " Auszeichnung: Hochkarätiger Ökonomenpreis für Roman Inderst"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%