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Bankenverband zum McCreevy-Grünbuch

Der Bankenverband teilt die Bewertungen der Europäischen Kommission in ihrem am 3. 5. 2005 ...

Der Bankenverband teilt die Bewertungen der Europäischen Kommission in ihrem am 3. 5. 2005 veröffentlichten Grünbuch zum Stand des Zusammenwachsens der EU-Finanzmärkte: "Zwar wurde durch den ‘Aktionsplan für Finanzdienstleistungen’ bereits vieles für die Integration der Finanzmärkte getan, von echter Freizügigkeit kann man jedoch noch nicht sprechen", so Prof. Dr. Weber, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands deutscher Banken.
"Nach den Kraftanstrengungen der letzten Jahre ist für den Wertpapierbereich eine Konsolidierung durchaus angebracht", betont Weber. Die Europäische Kommission habe in ihrem Grünbuch jedoch zu Recht auf die Kosten hingewiesen, wenn der Integrationspfad in anderen Bereichen verlassen würde. "Integrierte Märkte haben für Wirtschaft und Verbraucher viele Vorteile. Wir sollten deshalb nicht auf halber Strecke stehen bleiben", so Weber weiter.
Dies gilt insbesondere für den Privatkundenmarkt, dem es derzeit noch an transparenten und verlässlichen Regeln fehlt. Nach dem Zusammenwachsen etwa des Geld- und Anleihemarkts, sollten nunmehr auch die Retailkunden das Potenzial des Binnenmarkts voll nutzen können. Vorteile ergeben sich dabei vor allem aus einer größeren Produktvielfalt und günstigeren Preisen. Wenig hilfreich scheint allerdings der auf europäischer Ebene diskutierte Ansatz, mit dem sog. "26. Regimes" Regelungen für einzelne Bankprodukte zu etablieren, die parallel zu den nationalen Rechtsordnungen bestünden. Diese Regelungen würden von den Kunden ignoriert, da sie ihnen ebenso fremd wären, wie die Rechtsgrundlagen ausländischer Anbieter. Zielführender erscheint der Weg der Kommission ein kohärenteres europäisches Vertragsrecht zu schaffen.
Bei der Überprüfung, ob das derzeitige System der EU-Aufsichtsbehörden optimal ist, schlägt die Europäische Kommission einen schrittweisen, von den Mitgliedstaaten getragenen Ansatz vor. Dies ist begrüßenswert, zumal die derzeitigen Aufsichtsstrukturen der organisatorischen Struktur von Unternehmen, etwa mit Blick auf die Weiterentwicklung des Risikomanagements und die grenzüberschreitende Liquiditätssteuerung, nicht mehr entsprechen. Mit dem von der Kommission vorgelegten Fahrplan ist ein Grundstein gelegt, um hier in absehbarer Zeit Fortschritte zu erreichen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 10.05.2005

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