Bekanntgabe in Stockholm
Wirtschaftsnobelpreis geht an Krisen-Propheten

Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass Robert J. Shiller zu den Wirtschaftsnobelpreisträgern zählen würde. Der Yale-Professor hatte vor der Finanzkrise gewarnt. Mit ihm werden zwei weitere US-Forscher ausgezeichnet.
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StockholmDer Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an drei amerikanische Ökonomen. Die Preisträger sind Eugene Fama (74), Lars Peter Hansen (60) und Robert J. Shiller (67). Vor allem Shiller galt seit vielen Jahren als Kandidat. Er hatte in seinen Publikationen vor einem Zusammenbruch der US-Immobilienblase gewarnt, die Auslöser der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2008 war. Einer der wichtigsten Preisindikatoren für den US-Immobilienmarkt trägt auch seinen Namen.

„Ich habe den Preis nicht erwartet, obwohl meine Kollegen mir gesagt haben, dass ich auf der Kandidatenliste stehe”, sagte Shiller während eines live übertragenen Telefongesprächs. Die Finanzkrise sei eine Folge von Fehlern und Unvollständigkeiten im Finanzsystem gewesen, so der Professor der Yale University. Dennoch trage das Finanzsystem aber sehr zur Wohlfahrt bei und es gebe auch gesicherte Erkenntnisse in der Forschung, die weiter helfen würden.

Das Nobel-Komitee vergibt den Preis mit Verweis auf die „empirische Analyse von Vermögenswerten“, zu der die drei Prämierten geforscht haben. Eugen Fama hatte etwa in den 1960er-Jahren begonnen, die Vorhersagbarkeit von Aktienkursentwicklungen zu untersuchen. Eine Folge ihrer Arbeit sei die Schaffung sogenannter Indexfonds, die den Wert von Aktienindizes wie dem Dax abbilden. In einem ersten Kurzinterview mit dem Nobelpreis-Komitee zeigte er sich etwas sprachlos vor Überraschung.

Was die Forscher herausgefunden hätten, habe „vielen vielen Haushalten rund um die Welt geholfen, viel günstiger in Aktienmärkte zu investieren als sie es sonst gekonnt hätten“, sagte Per Strömberg vom Preiskomitee. „Die Bedeutung ihrer Arbeit ist, dass sie unser Verständnis darüber, wie Finanzmärkte funktionieren, wenn sie gut oder weniger gut funktionieren, wirklich sehr verbessert haben.“

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  • Das einzelne Personen die sich abzeichnende Bankenkrise frühzeitig erkannt haben, trifft sicherlich zu. Jedoch hat der Markt (mit bestem Gewissen) im Mittel auch 2007 noch an gute Ergebnisse für die Banken bzw. Weltindustrie in den Folgejahren erwartet. Jetzt im Rückblick erscheint vieles vorhersehbar, im Jahre 2006 oder 2007 hat der Marktkonsensus es jedoch nicht, sonst wäre der Preis schon früher gefallen. Der Markt lag rückblickend also eindeutig falsch, vielleicht weil er auch zu gierig oder eine zu geringe Risikoaversion hatte. Aber das ist mit Sicherheit immer nur im Nachhinein zu beantworten. Krisen hat es auch vor der Finanzkrise gegeben (Dotcom, Ölkrise, Große Depression, Tulpenkrise) und wird es auch im Zukunft immer wieder geben. Ansonsten gäbe es keinen Grund nicht in den Aktienmarkt zu investieren.

    Vielleicht erklärt es dieser Kommentar besser:
    Of course, some will say that the latest crash "proves" markets aren't "efficient." This attitude only expresses ignorance. Once you understand the definition of efficiency and the nature of its tests, as made clear by Gene 40 years ago, you see that the latest crash no more "proves" lack of efficiency than did the crash of 1987, the great slide of 1974, the crash of 1929, the panic of 1907, or the Dutch Tulip crisis. Gene's work, and that of all of us in academic finance, is about serious quantiative scientific testing of explicit economic models, not armchair debates over anecdotes. The heart of efficient markets is the statement that you cannot earn outsize returns without taking on “systematic” risk. Given the large average returns of the stock market, it would be inefficient if it did not crash occasionally.

    Quelle: http://johnhcochrane.blogspot.de/2013/10/gene-famas-nobel.html#more

    Könnten Sie mir bitte noch sagen, wo ich die von Ihnen erwähnten Kommentare von Shiller zu Fama nachlesen kann?

  • Sie sollten einfach mal lesen, was Shiller schon vor Jahrzehnten zu den Theorien von Fama gesagt hat.
    Man kann zu Fama stehen wie man will, aber eins ist klar: an Fama umd Shiller gleichzeitig einen Preis zu verleihen, das ist lächerlich hoch drei.
    Und die Effizienzmarkthypothese basierend auf der Theorie der rationalen Erwartungen ist mit der Bankenkrise vereinbar? Um das zu glauben muss man auch an ewig steigende Häuserpreise (sehr rational) oder an dauerhaft 25% Rendite aufs Eigenkapital (wegen des Zinsesznseffekts bedeutet das, das in wenigen Jahrzehnten außer den Banken niemand mehr Geld verdient) glauben. Die Hypotheken- und damit die Bankenkrise war bei rationalem Durchdenken vorhersehbar und wurde vorhergesehen. Die Marktteilnehmer haben sich also irrational verhalten und damit der These von den effizienten Märkten jede Basis entzogen!

  • Hier die Begründung des Nobelpreiskomitee:
    http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/economic-sciences/laureates/2013/advanced-economicsciences2013.pdf

    und ein Kommentar von John Cochrane:
    http://johnhcochrane.blogspot.de/

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